1914

Aus dem Hauptquartier

Hier finden Sie Stoff zum Lesen. Anders als in der Propagandataktik des 2. Weltkrieges dienten die Heeresberichte als reine Informationsquelle. Im 2. Weltkrieg galten diese Berichte von deutscher Seite als unglaubwürdig. Wer sich informieren wollte hörte "Feindsender".

Im 1. Weltkrieg verhielt es sich anders. Die deutschen Heeresberichte wurden "als sehr genau" bezeichnet. Presseveröffentlichungen auf Seiten des Deutschen Reiches und Österreich-Ungarns stützten sich auf diese Berichte ebenso auf amtliche Mitteilungen örtlicher Kommunalverwaltungen.

Auch international galten Berichterstattungen besonders von der deutschen Seite als glaubwürdiger. Das Deutsche reich war auch schließlich die Nation, die sich immer wieder an die USA wendeten, die bis zum Kriegsbeitritt eine Vermittlerrolle einnahm. Dies und gerade besonders, wenn von Seiten der Entente gegen internationale Gesetze verstoßen wurde, wie zum Beispiel die Verwendung von DUM-DUM-Geschossen von Seiten Frankreichs.

Auf Seiten der Entente wurden die Printmedien weitaus mehr für propagandistische Zwecke entdeckt.

Hier wurde alles mögliche angestrengt, um die verhassten Hunnen in jeglicher Lage zu diffamieren und zu diskreditieren. Die USA wurde nicht als Vermittler gesehen, sondern als eine Nation, die es galt, auf ihrer Seite und zum Kriegseintritt zu bringen.

In der Kategorie "Heeresberichte" finden sich Mitteilungen aus den deutsch/österr.-ungar. Hauptquartieren und unter "Amtliche Mitteilungen" eben solche von Kommunalverwaltungen und internationalen Presse.

Ich lasse diese für den Leser unkommentiert.

August

Aus dem Oberkommando der österreichisch-ungarischen Armee:

Österreich-Ungarn

Österreich-Ungarn

Die in einigen ausländischen Blättern erschienenen Nachrichten über angebliche russische Erfolge in unseren Grenzgebieten stehen mit der Wahrheit in vollstem Widerspruch. Die gemischten russischen Detachements, die stellenweise in den unmittelbaren Grenzbezirk einige Kilometer weit vorgerückt waren, sind bei Zaloze, Brody und Sokal gleich wieder über die Grenze zurückgeworfen worden. Ihre Tätigkeit beschränkte sich überhaupt nur auf das Plündern und Anzünden wehrloser Grenzdörfer. Dagegen sind mehrere Kavalleriekörper weit über die russische Grenze in das Innere Russlands vorgedrungen.

Deutsches Kaiserreich

Deutsches Kaiserreich

Unter Führung des Kronprinzen von Bayern haben Truppen aller deutschen Stämme gestern in Schlachten zwischen Metz und den Vogesen einen Sieg erkämpft.

Der mit starken Kräften in Lothringen vordringende Feind wurde auf der ganzen Linie unter schweren Verlusten zurückgeworfen. Viele Tausende von Gefangenen und zahlreiche Geschütze sind ihm abgenommen worden.

Der Gesamterfolg lässt sich noch nicht übersehen, da das Schlachtfeld einen größeren Raum einnimmt, als in den Kämpfen von 1870/71 unsere gesamte Armee in Anspruch nahm. Unsere Truppen, beseelt von unaufhaltsamem Drang nach vorwärts, folgen dem Feinde und setzen den Kampf noch heute fort.

Morgenmeldung:

Deutsches Kaiserreich

Deutsches Kaiserreich

Nördlich von Longwy hat der deutsche Kronprinz, mit seiner Armee zu beiden Seiten von Longwy vorgehend, den gegenüberstehenden Feind gestern siegreich zurückgeworfen.

Die in Lothringen siegreiche Armee unter Führung des Kronprinzen von Bayern hat auf der Verfolgung des geschlagenen Feindes die Linie Luneville. Blaumont erreicht und setzt die Verfolgung fort.

Abendmeldung

Die Truppen, die unter Führung des Kronprinzen von Bayern in Lothringen siegten, haben die Linie Luneville-Blaumont-Siren überschritten. Das XXI. Armeekorps zog heute in Luneville ein. Die Verfolgung beginnt reiche Früchte zu tragen. Außer zahlreichen Gefangenen hat der an und in den Vogesen vorgehende linke Flügel bereits 150 Geschütze erbeutet.

Die Armee des deutschen Kronprinzen hat heute den Kampf und die Verfolgung vorwärts Longwy fortgesetzt.

Die zu beiden Seiten von Neufchateau vorgehende Armee des Herzogs Albrecht von Württemberg schlug heute eine über den Semois vorgedrungene französische Armee vollständig und befindet sich auf der Verfolgung. Zahlreiche Geschütze, Feldzeichen und Gefangene, darunter mehrere Generäle, sind in ihre Hände gefallen.

Westlich der Maas gehen unsere Truppen gegen Maubeuge vor. Eine vor ihrer Front auftretende englische Kavalleriebrigade ist geschlagen.

Deutsches Kaiserreich

Deutsches Kaiserreich

Während auf dem westlichen Kriegsschauplatz die Lage des deutschen Heeres durch Gottes Gnade eine unerwartet günstige ist, hat auf dem östlichen Kriegsschauplatz der Feind deutsche Gebiete betreten. Starke feindliche Kräfte sind in der Richtung auf Angerburg und nördlich der Eisenbahn Stalupönen-Insterburg vorgedrungen.

Das I. Armeekorps hatte den Feind bei Wirrballen in siegreichem Gefecht aufgehalten. Es wurde zurückgenommen auf weiter rückwärts stehende Truppen. Die hier versammelten Kräfte haben den bei Gumbinnen und südlicher vordringenden Gegner angegriffen. Das I. Armeekorps warf den gegenüberstehenden Feind siegreich zurück, machte 6000 Gefangene und eroberte mehrere Batterien. Eine hierzu gehörende Kavalleriedivision warf zwei russische Kavalleriedivisionen zurück und brachte 500 Gefangene ein.

Die weiter südlich kämpfenden Truppen stießen auf starke Befestigungen, die ohne Vorbereitungen nicht genommen werden konnten, teils befanden sie sich in siegreichem Voranschreiten. Da ging die Nachricht ein von dem Vormarsch weiterer feindlicher Kräfte aus der Richtung Narew gegen die Gegend südwestlich der Masurischen Seen. Das Oberkommando glaubte hiergegen Maßnahmen treffen zu müssen und zog seine Truppen zurück. Die Ablösung vom Feind erfolgte ohne Schwierigkeit. Der Feind folgte nicht.

Die auf dem östlichen Kriegsschauplatz getroffenen Maßnahmen mussten zunächst durchgeführt und in solche Bahnen geleitet werden, dass eine neue Entscheidung gesucht werden konnte. Diese steht unmittelbar bevor. Der Feind hat die Nachricht verbreitet, dass vier Armeekorps geschlagen worden seien. Diese Nachricht ist unwahr, kein deutsches Armeekorps ist geschlagen. Unsere Truppen haben das Bewusstsein des Sieges und der Überlegenheit mit sich genommen. Der Feind ist über Angerapp bis jetzt nur mit Kavallerie gefolgt. Längs der Eisenbahn soll er Insterburg erreicht haben. Die beklagenswerten Teile der Provinz, die dem feindlichen Einfall ausgesetzt sind, bringen dieses Opfer im Interesse des ganzen Vaterlandes. Daran soll sich dasselbe nach erfolgter Entscheidung erinnern.

Deutsches Kaiserreich

Deutsches Kaiserreich

Das deutsche Westheer ist neun Tage nach Beginn seines Aufmarsches unter fortgesetzten siegreichen Kämpfen im französischen Gebiete von Cambrai bis zu den Südvogesen eingedrungen. Der Feind ist überall geschlagen und befindet sich in vollem Rückzug. Die Größe seiner Verluste an Gefallenen, Gefangenen und Trophäen lässt sich bei der gewaltigen Ausdehnung der Schlachtfelder in zum Teil unübersichtlichem Wald- und gebirgigem Gelände noch nicht annähernd übersehen.

Die Armee des Generalobersten von Kluck hat die englische Armee bei Maubeuge unter Umfassung erneut angegriffen.

Die Armeen des Generalobersten von Bülow und des Generalobersten Freiherrn von Hausen haben etwa acht Armeekorps französische und belgische Truppen zwischen Sambre, Namur und Maas in mehrtägigem Kampf vollständig geschlagen und verfolgen sie jetzt westlich Maubeuge vorbei.

Namur ist nach zweitägiger Beschießung gefallen. Der Angriff auf Maubeuge ist eingeleitet.

Die Armee des Herzogs Albrecht von Württemberg hat den geschlagenen Feind über den Semois verfolgt und die Maas überschritten. Die Armee des deutschen Kronprinzen hat eine verstärkte Stellung der Feinde vorwärts Longwy genommen und einen starken Angriff aus Verdun abgewiesen. Sie befindet sich im Vorgehen gegen die Maas.

Longwy ist gefallen.

Die Armee des Kronprinzen von Bayern ist bei der Verfolgung in Lothringen durch neue feindliche Kräfte aus der Position von Nancy und aus südlicher Richtung angegriffen worden. Sie hat den Angriff abgewiesen.

Die Armee des Generalobersten von Heeringen setzt die Verfolgung in den Vogesen nach Süden fort. Das Elsass ist vom Feinde geräumt.

Aus Antwerpen haben vier belgische Divisionen gestern und vorgestern einen Angriff auf unsere Verbindungen in der Richtung Brüssel gemacht. Die zur Abschließung von Antwerpen zurückgelassenen Truppen haben diese belgischen Truppen geschlagen, wobei viele Gefangene gemacht und Geschütze erbeutet wurden. Die belgische Bevölkerung hat sich fast überall an den Kämpfen beteiligt. Daher sind strenge Maßnahmen gegen das Franktireur- und Bandenwesen angewendet worden. Die Sicherung der Etappenlinien musste bisher den Armeen überlassen bleiben. Da diese aber für den weiteren Vormarsch die zu diesem Zwecke zurückgelassenen Truppen nötig in der Front brauchen, so hat seine Majestät der Kaiser die Mobilmachung des Landsturms befohlen. Der Landsturm wird zur Sicherung der Etappenlinien und zur Bewachung von Belgien mit herangezogen werden. Diese unter deutsche Verwaltung tretende Land soll für Heeresbedürfnisse aller Art ausgenutzt werden, um die Heimatgebiete zu entlasten.

Deutsches Kaiserreich

Deutsches Kaiserreich

Unsere Truppen in Preußen unter Führung des Generalobersten von Hindenburg haben die von Narew vor gegangene russische Armee in Stärke von fünf Armeekorps und drei Kavalleriedivisionen in dreitägiger Schlacht in der Gegend von Gildenburg-Ortelsburg geschlagen und verfolgen sie über die Grenze.

September

Deutsches Kaiserreich

Deutsches Kaiserreich

Bei Wegnahme des hoch in Felsen gelegenen Sperrforts Givet haben sich ebenso wie im Kampfe um Namur die von Österreich uns gesandten schweren Motorbatterien durch Beweglichkeit, Treffsicherheit und Wirkung ausgezeichnet bewährt. Sie haben uns große Dienste geleistet.

Die Sperrbefestigungen Hirson, les Anelles, Conde, La Fere und Laon sind ohne Kampf gewonnen. Damit befinden sich sämtliche Sperrbefestigungen im nördlichen Frankreich außer der Festung Maubeuge in unseren Händen.

Gegen Reims ist der Angriff eingeleitet. Die Kavallerie der Armee des Generalobersten von Kluck streift bis Paris. Das Westheer hat die Aisnelinie überschritten und setzt zum Vormarsch gegen die Marne fort. Einzelne Vorhuten haben sie bereits erreicht. Der Feind befindet sich vor der Armee des Generalobersten von Kluck, von Bülow, von Hausen und des Herzogs von Württemberg im Rückzug auf und hinter der Marne.

Vor der Armee des deutschen Kronprinzen leistete er im Anschluss an Verdun Widerstand, wurde aber nach Süden zurückgeworfen.

Die Armeen des Kronprinzen von Bayern und des Generalobersten von Heeringen haben immer noch starken Feind in befestigter Stellung.

Im Oberelsass streifen deutsche und französische Abteilungen unter gegenseitigen Kämpfen.

Deutsches Kaiserreich

Deutsches Kaiserreich

Reims ist ohne Kampf besetzt worden. Die Siegesbeute der Armeen wird nur langsam bekannt, die Truppen können sich bei ihrem schnellen Vormarsch wenig darum kümmern. Noch stehen Geschütze und Fahrzeuge im freien Felde verlassen da, die Etappentruppen müssen sie nach und nach sammeln.

Bis jetzt hat nur die Armee des Generalobersten von Bülow genaue Angaben gemeldet. Bis Ende August hat sie 6 Fahnen, 233 schwere Geschütze, 116 Feldgeschütze, 79 Maschinengewehre, 166 Fahrzeuge erbeutet und 12.934 Gefangene gemacht.

Deutsches Kaiserreich

Deutsches Kaiserreich

Die südlich von Paris in der Verfolgung an und über die Marne vorgedrungenen Heeresteile sind aus Paris, Meaux und Montmirail von überlegenen Kräften angegriffen worden. Sie haben in schweren zweitägigen Kämpfen den Gegner aufgehalten und selbst Fortschritte gemacht.

Als der Einmarsch neuer starker feindlicher Kolonnen gemeldet wurde, ist ihr Flügel zurückgenommen worden. Der Feind folgte an keiner Stelle. Als Siegesbeute dieser Kämpfe sind bis jetzt 50 Geschütze und mehrere tausend Gefangene gemeldet.

Deutsches Kaiserreich

Deutsches Kaiserreich

Angesichts der von den verbündeten deutschen und österreichisch-ungarischen Streitkräften eingeleiteten neuen Operationen sind beiderseits der Weichsel rückgängige Bewegungen des Feindes im Zuge.

Starke russische Kavallerie wurde unsererseits bei Biecz zersprengt. Nördlich der Weichsel werden mehrere feindliche Kavallerie-Divisionen vor den verbündeten Armeen hergetrieben.

Oktober

Aus dem Westen

Deutsches Kaiserreich

Deutsches Kaiserreich

Im Angriff auf Antwerpen fielen die Forts Lierre, Waelhem, Königshock und die dazwischen liegenden Redouten. In den Zwischenstellungen wurden dreißig Geschütze erobert.

Die in den äußeren Fortgürtel gebrochene Lücke gestattet, den Angriff gegen die innere Fortlinie und die Stadt vorzunehmen

Aus dem Westen

Deutsches Kaiserreich

Deutsches Kaiserreich

Am 07. Oktober wurde entsprechend des Haager Abkommens die Beschießung der Stadt Antwerpen angekündigt. Da der Kommandant erklärte, die Verantwortung für die Beschießung der Stadt übernehmen zu wollen, begann um Mitternacht vom 07. und 08. Oktober die Beschießung der Stadt. Gleichzeitig setzte der Angriff gegen die Innenforts ein.

Am 09. Oktober nachmittags konnte die Stadt ohne ernsthaften Widerstand besetzt werden. Die vermutlich sehr starke Besatzung hatte sich anfänglich tapfer verteidigt. Da sie sich jedoch dem Ansturm unserer Infanterie und der Marine-Division sowie der Wirkung unserer gewaltigen Artillerie schließlich nicht gewachsen fühlte, war sie in voller Auflösung geflohen.

Unter der Besatzung befand sich auch eine unlängst eingetroffene englische Marine-Brigade. Sie sollte nach englischen Zeitungsberichten das Rückgrat der Verteidigung sein.

Der Grad der Auflösung der englisch-belgischen Truppen wird durch die Tatsache bezeichnet, dass die Übergabeverhandlungen mit dem Bürgermeister geführt werden mussten, da keine militärische Behörde aufzufinden war.

Die vollzogene Übergabe wurde am 10. Oktober vom Chef des Stabes des bisherigen Gouverneurs von Antwerpen bestätigt. Die letzten, noch nicht übergebenen Forts wurden von unseren Truppen besetzt.

Die Zahl der Gefangenen lässt sich noch nicht übersehen. Viele belgische und englische Soldaten fliehen nach Holland, wo sie interniert werden. Gewaltige Vorräte aller Art sind erbeutet worden.

Die letzte belgische Festung, das "uneinnehmbare Antwerpen" ist bezwungen. Die Angriffstruppen vollbrachten eine ganz außerordentliche Leistung, die vom Kaiser damit belohnt wurde, dass ihrem Führer, General der Infanterie von Beseler, der Orden "Pour le Merite" verliehen wurde.

Aus dem Westen

Deutsches Kaiserreich

Deutsches Kaiserreich

Lille ist von uns besetzt. 4500 Gefangene sind dort gemacht worden. Die Stadt war durch ihre Behörden den deutschen Truppen gegenüber als offen erklärt worden. Trotzdem schob der Gegner bei dem Umfassungsversuch von Dünkirchen her Kräfte dort vor, mit dem Auftrage, sich zum Eintreffen der Umfassungsarmee zu halten. Da diese natürlich nicht eintraf, war die einfache Folge, dass durch die zwecklose Verteidigung die Stadt bei der Einnahme durch unsere Truppen Schädigungen erlitt.

Von der Front des Gegners ist nichts Neues zu melden. Dicht bei der Kathedrale von Reims sind zwei schwere französische Batterien festgestellt. Ferner wurden Lichtsignale von dem Turm der Kathedrale beobachtet. Es ist selbstverständlich, dass durch alle unsere Truppen nachteilige feindliche Maßnahmen und Streitmittel bekämpft werden, ohne Rücksicht auf die Schonung der Kathedrale. Die Franzosen tragen also jetzt wie früher selbst die Schuld daran, wenn der ehrwürdige Bau weiter Opfer des Krieges ist.

Aus dem Osten

Deutsches Kaiserreich

Deutsches Kaiserreich

Gestern eroberten unsere Truppen die befestigten Höhen von Starasol, auch gegen Stary-Sambor gewannen wir Angriffsraum.

Nördlich Strwiaz haben wir eine Reihe von Höhen bis zur südlichen Front von Przemysl im Besitz.

Am San-Fluss abwärts der Festung wird gleichfalls gekämpft.

Der Angriff unserer in Polen Schulter an Schulter mit dem österreichisch-ungarischen Heere kämpfenden Truppen stehen vor Warschau. Ein mit etwa acht Armeekorps aus der Linie Iwangorod-Warschau über die Weichsel unternommener russischer Vorstoß wurde auf der ganzen Linie unter schweren Verlusten für die Russen zurückgeworfen.

Aus dem Osten

Deutsches Kaiserreich

Deutsches Kaiserreich

Sowohl die in der Linie Stary-Sambor-Medyka und am San entbrannte Schlacht als auch unsere Operationen gegen den Dnjestr nahmen einen guten Verlauf.

Nördlich Wyszkow wurden die Russen abermals angegriffen und geworfen.

Bei Synowuko forcierten unsere Truppen den Stryjfluß, gewannen die Höhe nördlich des Ortes und nahmen die Verfolgung des Feindes auf.

Ebenso gelangten die Höhen nördlich Podbuz und südöstlich Stary-Sambor nach hartnäckigen Kämpfen in unseren Besitz. Auch nördlich des Strwiaz-Flusses schreitet unser Angriff vorwärts.

Nördlich Przemysl beginnen wir bereits auf dem östlichen San-Ufer festen Fuß zu fassen.

Die Zahl der während unserer jetzigen Offensive gemachten Gefangenen lässt sich natürlich noch nicht annähernd übersehen. Nach den bisherigen Meldungen sind es schon mehr als 15.000.

Aus dem Osten

Deutsches Kaiserreich

Deutsches Kaiserreich

Unser Angriff in der Schlacht beiderseits des Strwiaz-Flusses wurde gestern fortgesetzt und gelangte stellenweise bereits nahe an die feindlichen Linien heran.

In einzelnen Punkten arbeiten sich unsere Truppen nun wie im Festungskriege mit Laufgräben vorwärts. In der vergangenen Nacht wurden mehrere Angriffsversuche der Russen blutig abgewiesen.

Auch heute ist die Schlacht auf der ganzen Linie im Gange. Unsere schwere Artillerie hat angegriffen. Die Verfolgung des nördlich Wyszkow geworfenen Feindes wird fortgesetzt.

Andere Teile unserer über die Karpaten vorgedrungenen Kräfte sind bis Lubience auf die Höhen nördlich Drow und in den Raum von Uroz vorgedrungen.

Aus dem Osten

Deutsches Kaiserreich

Deutsches Kaiserreich

In der Schlacht östlich von Chyrow und Przemysl brachte uns der gestrige Tag neuerdings große Erfolge.

Besonders erbittert war der Kampf bei Mizyniec. Die Höhe Magiera, die bisher in den Händen des Feindes war und unserem Vordringen bedeutende Schwierigkeiten bereitet hatte, wurde nach mächtiger Artillerie-Vorbereitung nachmittags von unseren Truppen genommen.

Nördlich Mizyniec kam unser Angriff bis auf Sturmdistanz an den Gegner, östlich Przemysl bis an die Höhe von Medyka heran.

Am südlichen Schlachtflügel wurden die namentlich gegen die Höhen von Stary-Sambor gerichteten, noch nachts fortgesetzten Angriffe der Russen abgeschlagen.

Am Stryj und Swicatale sind unsere Truppen kämpfend im weiteren Vordringen begriffen.

Auch am San wurde gestern an mehreren Punkten gekämpft. Ein nach Anbruch der Dunkelheit eingesetzter Angriff auf unsere bei Jaroslaw auf das östliche Ufer des Flusses über geschifften Kräfte scheiterte vollständig.

Die Schlacht in Mittel-Galizien hat namentlich nördlich des Strwiaz-Flusses noch an Heftigkeit zugenommen.

Unser Angriff gewinnt stetig an Raum nach Osten. Um einzelne besonders wichtige Höhen wurde von beiden Seiten mit äußerster Heftigkeit gekämpft. Alle Versuche des Feindes, uns die Magiera wieder zu entreißen, scheiterten.

Dagegen eroberten unsere Truppen die viel umstrittene "Baumhöhe" nordöstlich Tyszkowice. Südlich der Magiera wurde der Gegner aus mehreren Ortschaften geworfen.

In diesen Kämpfen wurden wieder viele Russen, darunter ein General, gefangen genommen und auch Maschinengewehre erbeutet.

Die Gefangenen berichten von der furchtbaren Wirkung unseres Artilleriefeuers.

Südlich des Strwiaz, wo unsere Front über Stary-Sambor verläuft, steht die Schlacht.

Stryj, Körösmezö und Seret wurden von unseren Truppen nach Vertreibung des Feindes in Besitz genommen.

Aus dem Osten

Deutsches Kaiserreich

Deutsches Kaiserreich

In der Schlacht beiderseits der Strwiaz gelang es uns nun auch im Raum südlich dieses Flusses den Kampf vorwärts zu tragen.

Auf der beherrschenden Trigonometerhöhe 668 südöstlich Stary-Sambor wurden zwei hintereinander stehende Verteidigungsstellen des Feindes genommen.

Nordwestlich des genannten Ortes gelangte unsere Gefechtslinie näher an die Chaussee nach Starasol heran. Nach den bisherigen Meldungen wurden in den letzten Kämpfen 3.400 Russen, darunter 25 Offiziere, gefangen genommen und 15 Maschinengewehre erbeutet.

Aus dem Westen

Deutsches Kaiserreich

Deutsches Kaiserreich

Östlich von Yser-Kanal zwischen Nieuport und Dixmuiden, welche Orte noch vom Feind gehalten werden, griffen unsere Truppen den sich dort noch hartnäckig wehrenden Feind an. Das am Kampfe sich beteiligende englische Geschwader wurde durch schweres Artilleriefeuer zum Rückzug gezwungen. Drei Schiffe erhielten Volltreffer. Das ganze Geschwader hielt sich darauf am 25. nachmittags außer Sehweite.

Bei Ypern steht der Kampf. Südlich von Ypern, sowie westlich und südwestlich Lille machten unsere Truppen im Angriff gute Fortschritte. In erbitterten Häuserkämpfen erlitten die Engländer große Verluste und ließen über 500 Gefangene in unseren Händen.

Nördlich Arras brach ein heftiger französischer Angriff in unserem Feuer zusammen. Der Feind hatte starke Verluste.

Aus dem Westen: Armeebefehl der XI. Armee

Deutsches Kaiserreich

Deutsches Kaiserreich

Soldaten der XI. Armee!

Wir haben nun das Glück, auch die Engländer vor unserer Front zu haben, die Truppen jenen Volkes, dessen Neid seit Jahren an der Arbeit war, uns mit einem Ring von Feinden zu umgeben, um uns zu erdrosseln. Ihm haben wir diesen blutigen, ungeheuren Krieg vor allem zu verdanken. Darum, wenn es jetzt gegen diesen Feind geht, übt Vergeltung wider die feindliche Hinterlist, für so viele schwere Opfer, zeigt ihnen, dass die Deutschen nicht so leicht aus der Weltgeschichte zu streichen sind, zeigt ihnen das durch deutsche Hiebe von ganz besonderer Art. Hier ist der Gegner, der der Wiederherstellung des Friedens am meisten im Wege steht. Drauf!

Rupprecht!

Aus dem Osten

Deutsches Kaiserreich

Deutsches Kaiserreich

Am unteren San wurden stärkere südlich von Nisko über den Fluss gegangene feindliche Kräfte nach heftigem Gefechts zurückgeworfen.

Bei Stary-Sambor sprengte unser Geschützfeuer ein russisches Munitionsdepot in die Luft. Alle feindlichen Angriffe auf die Höhen westlich dieses Ortes wurden abgeschlagen.

Im Raum nordöstlich von Turka gewannen unsere angreifenden Truppen mehrere wichtige Höhenstellungen, die der Feind fluchtartig räumen musste. Unser Landsturm machte in diesen Kämpfen viele Gefangene.

Die Gesamtzahl der in der (österr.-ungar.) Monarchie internierten Kriegsgefangenen betrug am 28. Oktober 1914 649 Offiziere, 73.179 Mann.

Nicht eingerechnet sind die auf beiden Kriegsschauplätzen sehr zahlreichen noch nicht abgeschobenen Gefangenen aus den Kämpfen der letzten Wochen.

November

Aus dem Westen

Deutsches Kaiserreich

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Anmerkung:

Anfang November zerstörten die Belgier die Schleusen des Yser-Yper-Kanals und setzten so die Gegend südlich von Nieuport unter Wasser.

Die Überschwemmungen südlich Nieuport schließen jede Operation in dieser Gegend aus. Die Ländereien sind für lange Zeit vernichtet. Das Wasser steht zum Teil über mannshoch. Unsere Truppen sind aus diesem überschwemmten Gebiet ohne Verlust an Mann, Pferden, Geschützen und Fahrzeugen herausgezogen.

Unsere Angriffe auf Ypres schreiten vorwärts. Über 2300 Mann, meist Engländer, wurden zu Gefangenen gemacht und mehrere Maschinengewehre erbeutet. In der Gegend westlich Roye fanden erbitterte, für beide Seiten verlustreiche Kämpfe statt, die aber keine Veränderung der dortigen Lage brachten. Wir verloren dabei in einem Dorfgefecht einige hundert Mann als Vermisste und zwei Geschütze.

Von guten Erfolg waren unsere Angriffe an der Aisne östlich Soissons. Unsere Truppen nahmen trotz heftigen Widerstands mehrere stark befestigte Stellungen im Sturm, setzten sich im Besitz von Chavonnes und Soupier, machten über 1000 Franzosen zu Gefangenen und eroberten drei Geschütze und vier Maschinengewehre.

Neben der Kathedrale von Soissons brachten die Franzosen eine schwere Batterie in Stellung, deren Beobachter auf dem Kathedralenturm erkannt wurde. Die Folgen eines solchen Verfahrens, in dem ein System erblickt werden muss, liegen auf der Hand.

Zwischen Verdun und Toul wurden verschiedene Angriffe der Franzosen abgewiesen. Die Franzosen trugen teilweise deutsche Mäntel und Helme. In den Vogesen in der Gegend von Markirch wurde ein Angriff der Franzosen abgeschlagen. Unsere Truppen gingen hier zum Gegenangriff über.

Aus dem Westen

Deutsches Kaiserreich

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Unsere Angriffe auf Ypern nördlich Arras und östlich Soissons schreiten langsam, aber erfolgreich fort. Südlich Verdun und in den Vogesen wurden französische Angriffe abgewiesen.

Aus dem Westen

Deutsches Kaiserreich

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Gestern unternahmen Belgier, unterstützt von Engländern und Franzosen, einen heftigen Ausfall über Nieuport zwischen dem Meer und dem Überschwemmungsgebiet. Sie wurden mühelos abgewiesen. Bei Ypern und südwestlich Lille sowie Berry-au-Bac in den Argonnen und in den Vogesen schreiten unsere Angriffe vorwärts.

Aus dem Westen

Deutsches Kaiserreich

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Unsere Offensive nordwestlich und südwestlich Ypres machte gute Fortschritte. Auch bei La Bassé nördlich Arras wurde Boden gewonnen. Unter schweren Verlusten für die Franzosen eroberten unsere Truppen einen Stützpunkt in Bois Brulé südwestlich von St. Mihiel.

Aus dem Westen

Deutsches Kaiserreich

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Unsere Angriffe auf Ypern und westlich Lille wurden gestern fortgesetzt. Am Westrand der Argonnen wurde eine wichtige Höhe bei Vienne le Château, um die wochenlang gekämpft worden ist, genommen. Dabei wurden zwei Geschütze und zwei Maschinengewehre erbeutet.

Sonst verlief der neblige Tag auf dem westlichen Kriegsschauplatz ruhig.

Aus dem Westen

Deutsches Kaiserreich

Deutsches Kaiserreich

Wieder richteten gestern Nachmittag mehrere feindliche Schiffe das Feuer gegen unseren rechten Flügel, sie wurden aber durch unsere Artillerie schnell vertrieben. Ein in den Abendstunden aus Nieuport heraus unternommener und in der Nacht wiederholter Vorstoß des Feindes scheiterte gänzlich.

Trotz hartnäckigen Widerstandes schritten unsere Angriffe bei Ypern langsam aber ständig vorwärts. Feindliche Gegenangriffe südlich Ypern wurden abgewiesen und mehrere hundert Mann zu Gefangenen gemacht.

Aus dem Westen

Deutsches Kaiserreich

Deutsches Kaiserreich

Am Yserabschnitt machten wir gestern gute Fortschritte. Dixmuiden wurde erstürmt, mehr als 500 Gefangene und neun Maschinengewehre fielen in unsere Hände.

Weiter südlich drangen unsere Truppen über den Kanal vor. Westlich Langemarck brachen junge Regimenter unter dem Gesang „Deutschland, Deutschland über alles“ gegen die erste Linie der feindlichen Stellungen vor und nahmen sie. Etwa 2000 Mann französischer Linieninfanterie wurden gefangen und sechs Maschinengewehre erbeutet. Südlich Ypern vertrieben wir den Gegner aus St. Eloi, um das mehrere Tage erbittert gekämpft worden war. Etwa 1000 Gefangene und sechs Maschinengewehre gingen dort in unseren Besitz über, Trotz mehrfacher heftiger Angriffe der Engländer blieben die beherrschenden Höhen nördlich Armentières in unseren Händen.

Südlich Lille kamen unsere Angriffe vorwärts. Große Verluste erlitten die Franzosen bei dem Versuch, die beherrschende Höhe nördlich Vienne le Château am Westrand der Argonnen zurückzuerobern.

Auch im Argonnerwald sowie nordwestlich und südlich Verdun wurden französische Vorstöße überall zurückgeworfen.

Österreich-Ungarn

Österreich-Ungarn

Auf dem südlichen Kriegsschauplatz haben unsere siegreichen Truppen durch ihre hartnäckige Verfolgung dem Gegner keine Zeit gelassen, sich in seinen zahlreichen, speziell bei Baljevo seit Jahren vorbereiteten Befestigungsstellungen zu erneutem, ernstlichem Widerstand zu gruppieren.

Deswegen kam es auch gestern von Baljevo nur zu Kämpfen mit feindlichen Nachhuten, die nach kurzem Widerstand unter Zurücklassung von Gefangenen geworfen wurden. Unsere Truppen erreichten die Kolubara, besetzten Baljevo und Obrenowatsch.

Der Empfang in Baljevo war charakteristisch: Zuerst Blumen, dann folgten unmittelbar Bomben und Gewehrfeuer.