1915

Aus dem Hauptquartier

Hier finden Sie Stoff zum Lesen. Anders als in der Propagandataktik des 2. Weltkrieges dienten die Heeresberichte als reine Informationsquelle. Im 2. Weltkrieg galten diese Berichte von deutscher Seite als unglaubwürdig. Wer sich informieren wollte hörte "Feindsender".

Im 1. Weltkrieg verhielt es sich anders. Die deutschen Heeresberichte wurden "als sehr genau" bezeichnet. Presseveröffentlichungen auf Seiten des Deutschen Reiches und Österreich-Ungarns stützten sich auf diese Berichte ebenso auf amtliche Mitteilungen örtlicher Kommunalverwaltungen.

Auch international galten Berichterstattungen besonders von der deutschen Seite als glaubwürdiger. Das Deutsche reich war auch schließlich die Nation, die sich immer wieder an die USA wendeten, die bis zum Kriegsbeitritt eine Vermittlerrolle einnahm. Dies und gerade besonders, wenn von Seiten der Entente gegen internationale Gesetze verstoßen wurde, wie zum Beispiel die Verwendung von DUM-DUM-Geschossen von Seiten Frankreichs.

Auf Seiten der Entente wurden die Printmedien weitaus mehr für propagandistische Zwecke entdeckt.

Hier wurde alles mögliche angestrengt, um die verhassten Hunnen in jeglicher Lage zu diffamieren und zu diskreditieren. Die USA wurde nicht als Vermittler gesehen, sondern als eine Nation, die es galt, auf ihrer Seite und zum Kriegseintritt zu bringen.

In der Kategorie "Heeresberichte" finden sich Mitteilungen aus den deutsch/österr.-ungar. Hauptquartieren und unter "Amtliche Mitteilungen" eben solche von Kommunalverwaltungen und internationalen Presse.

Ich lasse diese für den Leser unkommentiert.

Januar

Aus dem Westen

Deutsches Kaiserreich

Deutsches Kaiserreich

Nördlich und nordöstlich von Soissons ist das nördliche Aisneufer von den Franzosen endgültig gesäubert worden. Die deutschen Truppen eroberten in ununterbrochenem Angriff die Orte Cuffies, Crouy, Bucy le Long, Missy und die Gehöfte von Bauxrot und Berreris. Unsere Beute aus den dreitägigen Kämpfen nördlich Soissons beläuft sich jetzt auf rund 5200 Gefangene, 14 Geschütze, 6 Maschinengewehre und mehrere Revolverkanonen.

Die Franzosen erlitten schwere Verluste. 4000 bis 5000 tote Franzosen wurden auf dem Kampffelde gefunden.

Der Rückzug südlich der Aisne lag unter dem Feuer unserer schweren Batterien.

Feindliche Angriffe nördlich Verdun und bei Consenvoye scheiterten.

Februar

Die deutsche oberste Heeresleitung meldet:

Deutsches Kaiserreich

Deutsches Kaiserreich

Seine Majestät der Kaiser ist auf dem Kampffelde an der ostpreußischen Grenze eingetroffen.

Die dortigen Operationen haben die Russen zum schleunigen Aufgeben ihrer Stellungen östlich der Masurischen Seen gezwungen.

An einzelnen Stellen dauern die Kämpfe noch fort.

Bisher sind etwa 26.000 Gefangene gemacht, mehr als 20 Geschütze und 30 Maschinengewehre erobert worden. Die Menge des erbeuteten Kriegsmaterials lässt sich aber noch nicht annähernd übersehen.

Die österr.-ungar. Oberste Heeresleitung teilt mit:

Österreich-Ungarn

Österreich-Ungarn

In den Ostbeskiden (Anmerkung: Bezeichnung für Gebirge in den äußeren Ostkarpaten) wurden neue sehr heftige Angriffe, die auch nachts andauerten, wieder unter schweren Verlusten der Russen zurückgeschlagen.

Die Kämpfe im mittleren Waldgebirge nahmen einen günstigen Verlauf.

Die Truppen, die gestern vom Feind hartnäckig verteidigte Höhenstellungen eroberten, machten 1.000 Gefangene und erbeuteten mehrere Maschinengewehre.

Bericht des Österr.-Ungar. Generalstabes

Österreich-Ungarn

Österreich-Ungarn

In Polen und Westgalizien ist die Lage unverändert. Die Angriffe, die die Russen in den Karpaten stellenweise täglich wiederholen, brechen unter den schwersten Verlusten zusammen.

Im Waldgebirge schreiten die eigenen Angriffe fort.

Die russische Offensive in der Bukowina war bis Mitte Januar in das oberste Tal der Moldawa gelangt. Dem weiteren Vordringen der hier angesetzten stärkeren feindlichen Kräfte über die Karpaten geboten zunächst unsere Stellungen bei Jakobeny und Kirlibaba Halt.

In mehrtägigen Angriffen versuchte der Gegner um den 20. Januar 1915 den Widerstand der die Hauptübergänge deckenden Truppen zu brechen. Da alle Versuche, unsere Höhenstellungen zu stürmen, scheiterten und eigene Truppen, selbst zur Offensive übergehend, am 22. Januar 1915 Kirlibaba dem Gegner entrissen, zog sich der Feind in den folgenden Tagen mit seinen Hauptkräften in den Richtungen auf Kimpolung und Moldawa zurück, wo er verblieb. In den letzten Tagen haben nun neue Kämpfe begonnen. Unsere Truppen, die auch hier im Überwinden der durch Terrain und Witterung bedingten großen Schwierigkeiten Hervorragendes leisten, sind in das Moldawa-Tal eingedrungen, warfen den dort befindlichen Gegner zurück und nahmen Izwor, Ort, Moldawa und Breaza in Besitz. Die Zahl der in den Karpathenkämpfen Gefangenen erhöht sich um weitere 4.000 Mann.

Die deutsche oberste Heeresleitung meldet:

Deutsches Kaiserreich

Deutsches Kaiserreich

In der neuntägigen „Winterschlacht in Masuren“ wurde die russische X. Armee, die aus mindestens elf Infanterie- und mehreren Kavalleriedivisionen bestand, nicht nur aus ihren stark verschanzten Stellungen östlich der masurischen Seenplatte vertrieben, sondern auch über die Grenze geworfen und schließlich in nahezu völliger Einkreisung vernichtend geschlagen. Nur Reste können in die Wälder östlich von Suwalki und von Augustow entkommen sein, wo ihnen die Verfolger auf den Fersen sind. Die blutigen Verluste des Feindes sind sehr stark, die Zahl der Gefangenen steht noch nicht fest, beträgt aber sicher weit über 50.000. Mehr als 40 Geschütze und 60 Maschinengewehre sind genommen, unübersehbares Kriegsmaterial ist erbeutet.

Seine Majestät der Kaiser wohnte den entscheidenden Gefechten in der Mitte unserer Schlachtlinie bei. Der Sieg wurde durch Teile der alten Osttruppen und durch junge, für diese Aufgabe herangeführte Verbände, die sich den altbewährten Kameraden ebenbürtig erwiesen haben, errungen.

Die Leistungen der Truppen bei Überwindung widriger Witterungs- und Wegeverhältnisse im Tag und Nacht fortgesetzten Marsch und Gefecht gegen einen zähen Gegner sind über jedes Lob erhaben.

Generalfeldmarschall v. Hindenburg leitet die Operationen, die von Generaloberst v. Eichhorn und General der Infanterie v. Below in glänzender Weise durchgeführt wurden, mit alter Meisterschaft.

Bericht des Österr.-Ungar. Generalstabes

Österreich-Ungarn

Österreich-Ungarn

In den Karpaten sind westlich des Uzsoker Passes Kämpfe im Gange, die sich in größerem Umfang um den Besitz wichtige Höhen-und Rückenlinie entwickelten.

Mehrere russische Gegenangriffe wurden blutig abgewiesen. Im Laufe des Tages wurden in der Gefechtsfront neue lokale Erfolge erzielt. Bei Erstürmung einer Höhe nördlich Cisna blieben 400 Gefangene in unseren Händen.

März

Bericht des Österr.-Ungar. Generalstabes

Österreich-Ungarn

Österreich-Ungarn

Nach zweitägigen Kämpfen wurde gestern spät nachmittags Kolomea genommen. In den südlich der Stadt bei Kluczow und Wyszyn seit dem 15. Februar andauernden Kämpfen machten die Russen ersichtliche Anstrengungen, die Stadt zu behaupten. Zahlreiche Verstärkungen wurden von ihnen herangeführt.

Heftige Gegenangriffe auf unsere vordringenden Truppen mussten beiderseits der Straße mehrmals zurückgeschlagen werden, wobei durch gute Artilleriewirkung dem Feind große Verluste beigebracht wurden. Um 5 Uhr nachmittags gelang es durch einen allgemeinen Angriff den feind trotz erbitterter Gegenwehr aus seiner letzten Stellung vor der Stadt zu werfen und in einem Zuge mit den Fliehenden Kolomea zu erreichen. Die Zerstörung der Pruth-Brücke wurde verhindert, die Stadt von den fliehenden Russen gesäubert und besetzt, 2000 Gefangene, mehrere Maschinengewehre und 2 Geschütze fielen in unsere Hand.

Bericht des Österr.-Ungar. Generalstabes

Österreich-Ungarn

Österreich-Ungarn

An der Biala südöstlich von Zakliczyn wurden gestern vorgehende russische Truppen nach blutigem Kampf zurückgeworfen.

Beiderseits des Laborcztales und auf den Höhen nördlich Cisna dauern die Kämpfe stellenweise auch nachts an.

Überall, wo es unseren Truppen gelang, Raum zu gewinnen, unternimmt der Feind wiederholt Gegenangriffe, die stets blutig zurückgeschlagen werden. Besonders entlang der Straße von Baligrod versuchen die Russen während dichten Schneegestöbers mit starken Kräften vorzustoßen. Der Angriff, der bis auf die nächsten Entfernungen herangekommen war, brach schließlich unter großen Verlusten des Gegners in unserem Geschütz- wie Maschinengewehrfeuer vollkommen zusammen.

An den übrigen Fronten keine wesentliche Änderung, nur Geschützkämpfe. Vor Przemysl herrscht Ruhe.

Aus dem deutschen Hauptquartier im Osten:

Deutsches Kaiserreich

Deutsches Kaiserreich

Nach der bewundernswerten Eroberung des zu einem starken Stützpunkt ausgebaut Ortes Prasznytz durch eines unserer, das aus östlicher Richtung vorging, wurde die Lage hier insofern einen Tag kritisch, als drei russische Armeekorps den deutschen Flügel von Osten, Südosten und Süden her angegriffen und das siegreiche Korps veranlassten, in einer Rückwärtsschwenkung Front gegen diese Übermacht zu machen. Hierbei wurden Teile des Korps scharf angefasst. Auch konnte eine größere Zahl von Verwundeten, die in benachbarten Dörfern untergebracht waren, nicht rechtzeitig zurück geschafft werden. Die Russen waren nicht im Stande, den geordneten Verlauf der Rückwärtsschwenkung zu stören und verloren die Führung mit dem deutschen Korps. Daraus geht hervor, dass sie bei ihren Angriffen stark gelitten haben. Inzwischen ist die Lage nach dem Eintreffen deutscher Verstärkungen wiederhergestellt. Der ganz bedeutungslose russische Erfolg hält die ihm vorausgegangenen deutschen Sturm auf Prasznytz, wo wir über 10.000 Gefangene und reiche Kriegsbeute machten, keinen Vergleich aus. Wenn die Russen sich gleichwohl bemühen, ihn durch ebenso lange wie unglaubwürdig Berichte zu einer beachtenswerten Waffentat aufzubauen, so spricht daraus nur das vergebliche Bestreben, die allgemeine Aufmerksamkeit von der vernichtenden Niederlage ihrer X. Armee in der Winterschlacht in Masuren abzulenken.

Bericht des Österr.-Ungar. Generalstabes

Österreich-Ungarn

Österreich-Ungarn

Durch die noch andauernden Kämpfe in Russisch-Polen wurden vielfach Erfolge erzielt. Der Gegner wurde aus mehreren vorgeschobenen Stützpunkten und Schützenlinien unter starken Verlusten geworfen. Gleichen Erfolg hatte ein kurzer Vorstoß unserer Truppen an der Front in Westgalizien, wo im Raum bei Gorlice Teile der feindlichen Schützenlinien durchbrochen und eine Ortschaft nach blutigen Kampf erobert wurde. Mehrere Offiziere und über 500 Mann des Gegners sind gefangen.

In den Karpaten wird hartnäckig gekämpft. Im Raum bei Lupkow setzten die Russen gestern Nachmittag einen Angriff mit starken Kräften an. Unter Einsetzen neuer Verstärkungen wurden die gelichteten Reihen des Gegners stets erneuert und mit allen Mitteln vorgetrieben und der Angriff trotz schwerer Verluste dreimal bis nahe an unsere Stellungen vorgetragen. Jedes Mal scheiterte der letzte Ansturm der Russen unter vernichtenden Verlusten an unseren Hindernislinien. Hunderte von Toten liegen vor den Stellungen. In einem anderen Abschnitt der Kampffront gingen eigene Truppen nach abgeschlagenen russischen Vorstößen überraschend zum Angriff über, eroberten eine bisher vom Gegner stark besetzte Kuppe und machten neuerdings zehn Offiziere und 700 Mann zu Gefangenen. Auch auf einer benachbarten Höhe wurden 1000 Russen gefangen.

In Südostgalizien holte sich starke feindliche Kavallerie, die gegen einen Flügel unserer Stellungen isoliert vorging, eine empfindliche Schlappe.

Bericht des Österr.-Ungar. Generalstabes

Österreich-Ungarn

Österreich-Ungarn

An der Front nördlich der Weichsel hielt der lebhafte Geschützkampf auch gestern an. Südlich Lopuszno wurden Angriffe der Russen mühelos abgewiesen.

Der im Raum bei Gorlice durchgeführte Vorstoß brachte noch weitere Gefangene ein. Die gewonnenen Stellungen wurden trotz mehrfacher Versuche des Feindes, sie wieder zurück zu erobern, überall behauptet.

Ununterbrochen wiederholen sich an der Karpatenfront feindliche Angriffe, die je nach Entwicklungsmöglichkeiten bald mit starken, bald mit untergeordnete Kräften durchgeführt werden. So wurden auch gestern wieder an mehreren Stellen heftige Angriffe der Russen, die bis an unsere Verhaue herangekommen waren, unter schweren Verlusten des Gegners zurückgeschlagen. Weitere 600 Mann des Feindes blieben bei diesen Kämpfen als Gefangene in unseren Händen. Die seit den letzten Tagen in den Karpaten wieder vorherrschenden ungünstigen Witterungsverhältnisse fordern von den in dieser Gefechtsfront verwendeten Armeekörpern ganz außergewöhnliche Leistungen. In ständigem Kontakt mit den Gegner sind die Truppen oft Tag und Nacht im Kampf und vielfach gezwungen, auch bei strenger Kälte und hohem Schnee Angriffsbewegungen auszuführen oder, in der Verteidigung, Angriffen meist überlegener feindlicher Kräfte Stand zu halten. Dem Verhalten unserer braven Truppen sowie jedem einzelnen, der an diesem Kämpfen Anteil hat, gebührt uneingeschränktes Lob.

Aus dem Westen

Deutsches Kaiserreich

Deutsches Kaiserreich

Mit den heute und in den letzten Tagen gemeldeten Kämpfen ist die Winterschlacht in der Champagne soweit zu einem Abschluss gebracht, dass kein Wiederaufflackern mehr an dem Endergebnis etwas zu ändern vermag. Die Schlacht entstand, wie schon am 17. Februar mitgeteilt wurde, aus der Absicht der französischen Heeresleitung, den in Masuren arg bedrängten Russen in einem ohne jede Rücksicht auf die Opfer angesetzten Durchbruchsversuch, als dessen nächstes Ziel die Stadt Bouziers bezeichnet war, Entlastung zu bringen.

Der bekannte Ausgang der Masurenschlacht zeigt, dass die Absicht in keiner Weise erreicht worden ist. Aber auch der Durchbruchsversuch selbst darf heute als völlig gescheitert bezeichnet werden.

Entgegen allen Angaben in den offiziellen französischen Veröffentlichungen ist es dem feinde an keiner Stelle gelungen, auch nur den geringsten nennenswerten Vorteil zu gewinnen.

In Tag und Nacht ununterbrochenen Kämpfen hat der Gegner seit dem 16. Februar nacheinander mehr als sechs voll aufgefüllte Armeekorps, ungeheuerliche Massen schwerer Artilleriemunition eigener und amerikanischer Fertigung – oft mehr als 100.000 Schuss in 24 Stunden – gegen die von zwei rheinischen Divisionen verteidigte Front von 8 km Breite geworfen.

Unerschütterlich haben die Rheinländer und die zu ihrer Unterstützung herangezogenen Bataillone der Garde und anderer Verbände dem Ansturm sechsfacher Überlegenheit standgehalten, sondern sind ihm oft genug mit kräftigem Gegenstoß zuvorgekommen.

So erklärte sich, dass, trotzdem es sich hier um reine Verteidigungskämpfe handelt, mehr als 2450 unverwundete Gefangene, darunter 35 Offiziere, in unseren Händen bleiben.

Freilich sind unsere Verluste einem tapferen Gegner gegenüber schwer. Sie übertreffen sogar diejenigen, die die gesamten an der Masurenschlacht beteiligten deutschen Kräfte erlitten.

Die Einbuße des Feindes ist auf mindestens das Dreifache der unsrigen, d.h. Auf mehr als 45.000 Mann zu schätzen.

"Anmerkung: In den Kämpfen in der Champagne sollen sich 50.000 Deutsche gegen 300.000 Franzosenbehauptet haben. Unter den deutschen Einheiten befanden sich zwei rheinische Divisionen, niedersächsische Truppen, einige Bataillone der Garde und die sächsischen Reserveregimenter 101, 104 und 107, Teile des Infanterieregimentes 137 und die Haubitzenabteilung des 8. Reservekorps."

Bericht des Österr.-Ungar. Generalstabes

Österreich-Ungarn

Österreich-Ungarn

Im westlichen Abschnitt der Karpatenfront ist der gestrige Tag ruhiger verlaufen.

Nordöstlich des Uzsoker Passes kam es zu ernsteren Kämpfen. Starke russische Kräfte griffen hier mittags an und drangen bis nahe an unsere Stellungen vor, wo sie sich zunächst behaupteten. Ein nachmittags von unseren Truppen überraschend durchgeführte Gegenangriff warf den Feind an der ganzen Front nach heftigem Kampf zurück, wobei vier Offiziere und 500 Mann gefangen wurden. Auch an den eigenen Stellungen beiderseits des Opor-Tales wurde erbittert gekämpft. Der Gegner, der über Stryj weitere Verstärkungen herangeführt hatte, griff seit einigen Tagen wiederholt mit starken Kräften im Tal und den begleitenden Höhen an. Alle diese Versuche, gegen die Passhöhen Raum zu gewinnen, scheiterten stets unter den schwersten Verlusten. Der gestern erfolgte Angriff, der wieder in unserem Feuer vollständig zusammenbrach, dürfte mit Rücksicht auf die großen Verluste, die der Gegner erlitt, kaum mehr wiederholt werden. An 1000 Mann Gefangene brachten diese Kämpfe ein. An den Stellungen südlich des Dnjestr wird gekämpft. Ein von unseren Truppen angesetzter Gegenangriff gewann Raum. Die Russen wurden in mehreren Frontabschnitten zurückgedrängt.

In Polen und Westgalizien fanden nur Geschützkämpfe statt.

Aus dem Westen - das große Hauptquartier meldet:

Deutsches Kaiserreich

Deutsches Kaiserreich

Bei einem im Wald von Bolante in den Argonnen gefallenen Offizier des 15. Kolonialregiments wurde der nachstehend gedruckte Befehl gefunden. Zunächst wurde das Schriftstück hier nicht ernst genommen, da es nicht glaubhaft schien, dass sich die französische Heeresleitung zur Ausgabe eines solchen Machwerkes erniedrigen würde. Nachdem aber festgestellt ist, dass der Inhalt des Schriftstückes zahlreichen Gefangenen bekannt war, und nachdem westlich Lille ein weiterer gleicher Abdruck des Befehls durch Rakete zu unseren Truppen her übergeworfen wurde, kann an seiner Echtheit nicht mehr gezweifelt werden. Es steht also fest, dass die französische Heeresleitung mit dem folgenden Erlass einen letzten Versuch unternahm, für den missglückten Durchbruchsversuch in der Champagne den entmutigten Truppen Dinge vorzutäuschen, die ihnen neue Hoffnung einflößen sollten.

„Grand Quartier Général, deuxieme bureau, 8. Mars 1915

Unser Sieg ist gewiss!

Die französischen Armeen haben jetzt sieben Monate hindurch gefochten mit dem Willen zum Siege.

1. Die deutschen Verluste

Das deutsche Heer kann sich nicht mehr verstärken, weder an Zahl noch an innerem Gefechtswert. Es ist dem Untergang verfallen. Die Verluste der Deutschen einschließlich der Kranken übersteigen jetzt schon drei Millionen. Die Regimenter und Bataillone sind vollkommen verbraucht. Für jedes Regiment sind durchschnittlich nur noch 12 Berufsoffiziere zum Dienst vorhanden, und da das deutsche Offizierskorps sich nur aus den ersten Gesellschaftskreisen ergänzt, ist Deutschland nicht mehr in der Lage, der Truppe neue Offiziere zuzuführen. Die deutschen Geschütze sind abgenutzt. Viele ihrer Granaten krepieren nicht. Unsere Soldaten wissen es. Für die Rekrutenausbildung steht nur jedem dritten Mann ein Gewehr zur Verfügung.

2. Deutschland verhungert

Der Nachschub an Kriegsmaterial für die kämpfenden Truppen, schon bisher schwierig, fängt an, unmöglich zu werden. Die Flotten Englands und Frankreichs beschlagnahmen alle Waren, die vom Ausland für Deutschland herangeführt werden. Die deutsche Zivilbevölkerung erhält Brot, Kartoffeln, Bier und Fleisch von der Regierung in nur unzureichenden Mengen. Beweise für die unzulängliche Verpflegung finden sich in Briefen, die deutschen Gefangenen und Toten abgenommen sind. Die deutsche Regierung hat diesen Mangel selbst eingestanden, indem sie die amerikanische Regierung ersuchte, die Verpflegung der deutschen Zivilbevölkerung zu sichern und zu beaufsichtigen. Ein solcher Vorschlag, der übrigens von Amerika abgelehnt wurde, steht bisher einzig da in der Geschichte einer Großmacht. Das deutsche Geld hat in den neutralen Ländern einen Kursverlust von 15 Prozent erfahren. Die deutschen Soldaten, bisher von ihren Offizieren planmäßig über alle Kriegsereignisse getäuscht, fangen langsam an zu begreifen, dass Deutschland geschlagen ist und dass die Hungersnot das durch unsere Waffen begonnene Zerstörungswerk vollenden wird.

3. Die Verbündeten Deutschlands geschlagen

Die Türkei, Bundesgenosse Deutschlands, wird in ihrer eigenen Hauptstadt durch die Flotten Englands und Frankreichs bedroht. Griechenland und Rumänien haben mobil gemacht, um sich uns anzuschließen. Die Russen haben soeben den Versuch eines deutsch-österreichischen Angriffs im Keime erstickt und dabei noch nicht einmal den fünften Teil ihrer ungeheuren Kraftquellen im Rekrutennachersatz verbraucht. Die Serben haben die Österreicher für immer aus ihrem Lande vertrieben. Die deutschen Schlachtschiffe wagen nicht, den schützenden Hafen zu verlassen. Was die Unterseeboote anbetrifft, so haben wir und unsere Verbündeten schon mehr davon in Grund gebohrt, als sie selbst Handelsschiffe vernichten konnten. Der Sieg ist uns sicher. Ohne Mitleid für den Feind muss er bis zum letzten Ende durchgeführt werden.

4. Die Verbrechen der Deutschen

Mitleid verdient Deutschland wahrhaftig nicht. Seine Regierung hat durch den Einfall in Belgien ihre Vertragspflichten gegen dieses edle Land auf das gröblichste verletzt und zu Lande und zu Wasser jedes Völkerrecht außer acht gelassen. Die deutschen Truppen haben offenen Städte beschossen, wehrlose Dörfer in Brand gesteckt, Greise und Kinder ermordet, Frauen und Mädchen geschändet. Die Unterseeboote haben sogar neutrale Handelsschiffe versenkt. In den Gebieten Frankreichs und Belgiens, in denen die Deutschen zur Zeit hausen, zwingen sie die Frauen, deren Männer im Felde stehen, sich ihrem brutalen Willen zu fügen. Viele Unglückliche gehen schwanger in Folge der Vergewaltigung.

5. Die Leiden der französischen Gefangenen

In zahlreichen Kämpfen haben wir gesehen, wie die Deutschen unsere Verwundeten in planmäßiger Bestialität mit dem Bajonett töteten. Diejenigen, welche als gefangene abgeführt werden, sind in Deutschland fürchterlichster Willkür und Gemeinheiten ausgeliefert. Sie sterben vor Hunger. Ihre Nahrung besteht morgens und abends in einem Aufguss aus Eicheln, mittags in einer Suppe, dazu für je fünf Mann ein verschimmeltes Brot.

6. Der sichere Sieg

Welche Schlussfolgerungen sind nun aus alledem zu ziehen? Zunächst die Mahnung, unsere Kräfte doppelt anzuspannen, um das nahe Ziel zu erreichen, nämlich die Sicherstellung und dauernde Erhaltung des europäischen Friedens. Andererseits aber die Überzeugung, dass es besser ist, auf dem Schlachtfeld zu sterben, als den Deutschen in die Hände zu fallen und an Entkräftung oder Schwindsucht in ihren Kerkern elend umzukommen. Also vorwärts vertrauensvoll mit aller Kraft dem sicheren Sieg entgegen, dem Sieg des Vaterlandes und der Republik , dem Sieg von recht, Freiheit und Sitte!“

April

Bericht des Österr.-Ungar. Generalstabes

Österreich-Ungarn

Österreich-Ungarn

Die Kämpfe in den Karpaten nahmen noch weiter an Ausdehnung zu. Auf den Höhen westlich des Latorczatales eroberten gestern Deutsche und unsere Truppen starke Stellungen der Russen und machten hierbei 5040 Mann zu Gefangenen.

In den anschließenden Abschnitten wurden mehrere heftige Angriffe unter großen Verlusten des Feindes blutig zurückgeschlagen, weitere 2530 Russen gefangen. In Süd-Ostgalizien scheiterte auf den Höhen nordöstlich von Ottynia ein Nachtangriff des Feindes. Bei dem am 4. April südwestlich ich Ascie Biskupie versuchten Vorstoß des Gegners auf das südliche Dnjestrufer wurden zwei Bataillone des russischen Alexander-Infanterieregiments vernichtet.

Aus dem Westen - der deutsche Generalstab berichtet:

Deutsches Kaiserreich

Deutsches Kaiserreich

Bereist vor Ostern war zu erkennen, dass die Franzosen zu einer neuen großen Unternehmung gegen die von den Deutschen befestigten Maashöhen, die Cote Lorraine, schreiten würden. Wie aussichtslos ein solcher Frontalangriff sein würde, hatten die Erfahrungen des Winters gezeigt. Der neue Versuch wurde deshalb gegen beide Flanken der deutschen Kräfte zwischen Mosel und Maas unternommen und eine neue Armee – wie Gefangene aussagen – gebildet.

Nach den ersten tastenden Versuchen, gleichzeitig von unseren Fliegern beobachteten Verschiebungen hinter der französischen Front, sowie einleitenden Infanteriekämpfen im Priesterwald und westlich davon, begann am 3. April 1915 eine heftige Tätigkeit der französischen Artillerie im Norden bei dem viel umstrittenen Sombrero und auf der Südfront zwischen Mosel und Maas. Die deutschen Vorposten gingen, als sich die feindliche Infanterie entwickelte, planmäßig von Regniéville und Fey-en-Haye auf die Hauptstellung zurück.

Am Ostermontag, den 5.4.1915, begann der eigentliche Angriff der Franzosen, auf der Südfront zunächst nördlich Toul, dann auch im Priesterwald und gleichzeitig am Nordflügel südlich der Orne, sowie zwischen Les Eparges und Sombres. Ein Erfolg war den Franzosen nirgends beschieden. Wo kleine Trupps an einzelnen Stellen bis an die deutschen Gräben oder selbst in sie hinein gelangten, wurden sie überall wieder hinausgeworfen.

Am heftigsten entbrannte der Kampf an zwei Punkten. Zwischen der Maas und Apremont kamen in dem waldigen Gelände die Franzosen nahe an die deutschen Stellungen heran, ehe vernichtendes Feuer sie auf kurze Entfernung empfing. Besonders östlich von Flirey entwickelte sich eine regelrechte Schlacht. Den französischen Schützen, die geschickt jede Geländespalte ausnutzend vorgingen, folgten starke Reserven, um den Angriff nach Norden vorzutragen. Hier fand die deutsche Artillerie große Ziele und gelangte zu gewaltiger Wirkung gegen sie. Bei Flirey selbst war es nötig, im nächtlichen Kampf zum Bajonett zu greifen, um die deutschen Gräben zu behaupten.

Sobald der Infanteriekampf am 5. April erloschen war, verstärkte sich auf beiden Seiten die Tätigkeit der Artillerie, mit welchem Erfolg für die deutschen Geschütze geht aus der Beobachtung hervor, die am 6. April morgens gemacht wurde. Hunderte von Leichen wurden aus den französischen Gräben nach vorwärts hinaus geworfen. Am 6. April scheiterten bei Flirey drei neue französische Angriffe. Auch im Priesterwald griff der Feind von neuem an. Hier warf sich dem französischem 13. Infanterieregiment ein rheinisches Bataillon, die „Wacht am Rhein“ singend, mit der blanken Waffe entgegen und schlug den feind in die Flucht. Südlich der Orne entwickelte sich am 6. April ein neuer Kampf, der für uns günstig steht. In der Mitte der Stellungen längs der Maas war nur Artillerie tätig. Bisher haben die Franzosen nur neue Misserfolge zu verzeichnen. Doch scheint es, als sei ihr Angriff noch nicht zu Ende.

Aus dem Westen - der deutsche Generalstab berichtet:

Deutsches Kaiserreich

Deutsches Kaiserreich

Die Beute von Drie Grachten erhöhte sich auf fünf belgische Offiziere, 122 Mann, fünf Maschinengewehre.

In der Champagne nördlich Beaufejour räumten unsere Truppen die am 8. April genommenen, gestern aber durch schweres französisches Feuer zerstörten Gräben und wiesen französische Angriffe in dieser Gegend ab.

Die Kämpfe zwischen Maas und Mosel hielten mit gleicher Heftigkeit an. An den von den Franzosen als von ihnen genommenen gemeldeten Orten Fromezey und Sussainville östlich Verdun ist bisher noch nicht gekämpft worden, da diese Orte weit vor unseren Stellungen liegen.

Zwischen Orne und den Maashöhen erlitten die Franzosen gestern eine schwere Niederlage. Alle Angriffe brachen in unserem Feuer zusammen. An der Sombre-Höhe fassten sie an einzelnen Stellen unserer vorderen Linien vorübergehend Fuß, wurden aber durch nächtliche Gegenangriffe teilweise wieder zurückgeworfen. Die Kämpfe dauern an. Auch die Angriffe gegen unsere Stellung nördlich St. Mihiel waren völlig erfolglos. Kleinere Vorstöße auf der Front Ailly-Apremont wurden abgewiesen. Bei Flirey waren die Kämpfe wohl infolge der schweren Verluste des Feindes vom 7. und 8. April, weniger lebhaft. Hier fielen zwei Maschinengewehre in unsere Hand. Auf der Front Remenanvill-Priesterwald wurden sämtliche französische Angriffe zurückgeschlagen. Am Westrand des Priesterwaldes verlor der Feind endgültig auch den Teil unserer Stellung, in den er Ende März eingedrungen war.

Abermalige Versuche, Bezange La Grande, südwestlich von Chateau Salins, uns zu entreißen, bezahlten die Franzosen mit dem Verlust einer Kompanie, die völlig aufgerieben wurde und zwei Offiziere, 101 Mann als Gefangene in unsere Hand ließ.

In den Vogesen hat sich die Lage nicht geändert.

Bericht des Österr.-Ungar. Generalstabes

Österreich-Ungarn

Österreich-Ungarn

In den Karpaten hat der Gegner seine verlustreichen Angriffe gegen die wichtigsten Abschnitte der Front seit geraumer Zeit eingestellt. Dies gilt besonders von jenen Abschnitten unserer Stellungen, die die besten Einbruchswege nach Ungarn, dass Ondawa-, Latorcza- und Ungtal decken.

Abseits dieser Hauptvorrückungslinien im Waldgebirge zwischen Latorcza- und Ungtal versuchte der Feind auch jetzt noch mit starken Kräften durchzudringen. Ein Durchbruch in dieser Richtung sollte den trotz schwerster Opfer frontal nicht zu bezwingenden Widerstand unserer Tal- und anschließenden Höhenstellungen durch eine Umgehung brechen.

So entwickelten sich im oberen Czirokatal bei Nagypolany sowie im ganzen Quellgebiet dieses Flusses neuerdings heftige Kämpfe, die mehrere Tage und Nächte hindurch andauerten. Auch hier erlitten die heftigen russischen Vorstöße schließlich in das allen früheren Angriffen zuteilgewordene Schicksal. Nach Verlust von vielen tausenden Toter und Verwundeter sowie über 3000 verwundeter Gefangener wurde der Vorstoß vom Feind aufgegeben.

Den vielen im Ausland verbreiteten auch offiziellen Meldungen der russischen Heeresleitung über Erfolge in den langwierigen Karpatenkämpfen kann kurz gegenüber gehalten werden, dass trotz aller Anstrengungen und Opfer der vom Gegner stets als Hauptangriffsziel und als besonders wichtig bezeichnete Uzsoker Pass nach wie vor fest in unseren Besitz ist.

An den sonstigen Fronten befinden Geschützkämpfe statt. Die Situation ist überall unverändert.

Mai

Aus dem Osten - Die deutsche oberste Heeresleitung meldet:

Deutsches Kaiserreich

Deutsches Kaiserreich

Im Beisein des Oberbefehlshabers Feldmarschall Erzherzog Friedrich und unter Führung des Generalobersten von Mackensen haben die verbündeten Truppen gestern nach erbitterten Kämpfen die ganze russische Front in Westgalizien vor nahe der ungarischen Grenze bis zur Mündung des Dunajec in die Weichsel an zahlreichen Stellen durchstoßen und überall eingedrückt. Diejenigen Teile des Feindes, die entkommen konnten, sind in schleunigstem Rückzug nach Osten, scharf verfolgt von den verbündeten Truppen.

Völlig überraschend für den Feind hatten sich Ende April größere deutsche Truppentransporte nach Westgalizien vollzogen. Diese Truppen, dem Befehl des Generals von Mackensen unterstellt, hatten die russische Front zwischen Karpatenkamm und dem mittleren Dunajec im Verein mit den mittleren Armeen unserer österreichischen Verbündeten zu durchbrechen. Das Problem war ein neues und die Aufgabe keine leichte. Der Himmel bescherte unseren Truppen wundervollen Sonnenschein und trockene Wege. So konnten die Flieger und die Artillerie zu voller Tätigkeit gelangen und die Schwierigkeiten des Geländes, dass hier den Charakter der Vorberge der deutschen Alpen oder den der Hörselberge in Thüringen trägt, überwunden werden. Unter den größten Mühsalen musste an verschiedenen Stellen die Munition auf Tragtieren herangeschafft und die Kolonnen und Batterien über Knüppeldämme vorwärts gebracht werden.

Alle für den Durchbruch notwendigen Erkundungen und Vorbereitungen vollzogen sich reibungslos in aller Stille. Am 1. Mai nachmittags begann die Artillerie sich gegen die russischen Stellungen einzuschließen. Diese waren seit fünf Monaten mit allen Regeln der Kunst ausgebaut wurden. Stockwerk artig lagen sie auf den steilen Bergkuppeln und deren Hängen, mit Hindernissen wohl versehen, über einander. An einzelnen, den Russen besonders wichtigen Geländepunkten standen bis zu je sieben Schützengrabenreihen hintereinander. Die Anlagen waren sehr geschickt angelegt und vermochten sich gegenseitig zu flankieren. Die Infanterie der verbündeten Truppen hatte sich in den Nächten, die dem Sturm vorangingen, näher an den Feind heran geschoben und die Sturmstellungen ausgebaut. In der Nacht vom 1. und 2. Mai feuerte die Artillerie in langsamen Tempo gegen die feindlichen Anlagen. Eingelegte Feuerpausen dienten den Pionieren zum zerschneiden der Drahthindernisse. Am 2. Mai um 6:00 Uhr setzte auf der ausgedehnten, viele Kilometer langen Durchbruchsfront ein überwältigendes Artilleriefeuer von Feldkanonen bis hinauf zu den schwersten Kalibern ein, dass 4 Stunden lang ununterbrochen fortgesetzt wurde. Um 10:00 Uhr schwiegen die hunderte von Feuerschlünden. Im gleichen Augenblick stürzten sich die Schwarmlinien der Sturmkolonne der Angreifer auf die feindlichen Stellungen. Der Feind war durch schweres Artilleriefeuer derart erschüttert, dass an manchen Stellen sein Widerstand nur mehr ein geringer war. In kopflose Flucht verließ er, als die Infanterie der Verbündeten dicht vor seine Gräben gelangte, seine Befestigungen, Gewehre und Kochgeschirre fortwerfend und ungeheure Mengen an Infanteriemunition und zahlreiche Tote in den Gräben zurücklassend. An einer Stelle durchschnitt er selbst seine Drahthindernisse, um sich den Deutschen zu ergeben. Vielfach leistete er in seinen nahe gelegenen zweiten und dritten Linien keinen nennenswerten Widerstand mehr. Dagegen wehrte sich der Feind an anderen Stellen der Durchbruchsfront verzweifelt, in dem er erbitterten Widerstand versuchte. Nachbarschaft haltend mit den österreichischen Truppen, griffen bayerische Regimenter den 250 m über ihren Sturmstellungen gelegenen Zamsczyko-Berg, eine wahre Festung, an. Ein bayrisches Infanterieregiment errang sich dabei unvergessliche Lorbeeren. Links der Bayern stürmten schlesische Regimenter die Höhen von Sekowo und Sokol. Junge Regimenter entrissen dem Feind die hartnäckig verteidigte Friedhofshöhe von Gorlice und den zäh gehaltenen Eisenbahnwall von Kamieniza.

Von den österreichischen Truppen hatten galizischen Bataillone die steilen Höhenstellungen des Pustkiberges angegriffen und erstürmt und ungarische Truppen in heißen Kampf die Wiatrowkahöhen genommen. Preußische Garderegimenter warfen den Feind aus den Höhenstellungen östlich der Biala und stürmten bei Staszkowka sieben hintereinandergelegene, erbittert verteidigte russische Linien. Entweder von den Russen angesteckt oder von einer Granate getroffen, entzündete sich die hinter Gorlice gelegene große Naphthaquelle. Haushoch schlugen die Flammen aus der Tiefe, und eine Rauchsäule von mehreren 100 m stieg gen Himmel. Am Abend des 2. Mai, als die heiße Frühlingssonne einer kühlen Nacht zu weichen begann, war die erste Hauptstellung ihrer ganzen Länge und Tiefe nach einer Ausdehnung von 16 km durchbrochen und ein Geländegewinn von durchschnittlich 4 km erzielt, mindestens 20.000 Gefangene, mehrere Dutzend Geschütze und etwa 50 Maschinengewehre blieben in der Hand der verbündeten Truppen. Außerdem wurde eine noch unübersehbare Menge von Kriegsmaterial aller Art erbeutet, darunter große Mengen von Gewehren und Munition.

Bericht des k.k. Generalstabes:

Österreich-Ungarn

Österreich-Ungarn

Die Folgen der Schlacht von Tarnow und Gorlice übertragen sich nunmehr auch auf die Karpatenfront östlich Lupkow. Unsere Truppen, die auch hier zum Angriff übergingen, eroberten nachts den Grenzkamm nördlich der aus den letzten erbitterten Karpatenkämpfen bekannten Orte Telepocz, Zellö und Nagypolani.

Während der Wintermonate haben die Russen unter den schwersten Verlusten in wochenlangen Kämpfen südlich des Grenzkammes der Karpaten Fuß gefasst und durch Einsatz aller verfügbaren Reserven ihre Front in den Oberläufen der Ondava, Laborcza und Cziroka nach Süden vorgeschoben.

Trotz aller stürmischen und wütenden Angriffe des Feindes konnte der Uzsoker Pass uns nicht entrissen werden. Nördlich und beiderseits des Passes hielt unsere Gruppe, die hier monatelang focht, felsenfest stand. Der ganze Raumgewinn der Russen ist nun in wenigen Tagen verloren gegangen. Unter den großen Verlusten, die ein so eiliger Rückzug bedingt, räumte der Feind den Streifen ungarischen Bodens, den er so mühsam erstritten.

In Westgalizien nehmen die Kämpfe an der ganzen Front weiter einen erfolgreichen Verlauf. Krosno wurde gestern durch unsere Truppen erobert. Wie die Verwirrung und Unordnung bei der auf der ganzen Front in schleunigstem Rückzug befindlichen Armee Radkow Dimitriew ist, beweisen die im Ortskampf um Brzostek gemachten Gefangenen. Die den sechs russischen Divisionen Nummer 5, 21,31, 52, 63 und 81 angehörenden Teile der aus den Beskiden zurück flutenden russischen Truppen wurden an mehreren Stellen umzingelt und gefangen genommen. Die Gesamtzahl der seit dem 2. Mai gemachten Gefangenen erreichte bisher 70.000. Die Verfolgung wird weiter fortgesetzt. In Südostgalizien wurden auf den Höhen beiderseits des Lomnicatales starke russische Angriffe zurückgeschlagen. Ein russischer Stützpunkt in Zaleszczyki wurde von uns erobert.

Bericht des k.k. Generalstabes

Österreich-Ungarn

Österreich-Ungarn

In den Kämpfen der letzten zwei Tage haben unsere Truppen die russische Schlachtlinie bei Debica durchbrochen. Hierdurch wurden die südlich der Weichsel kämpfenden starken russischen Kräfte zu schleunigem Rückzug hinter die untere Wisloka gezwungen.

Die Tragweite dieser Ereignisse wird klar durch die seit heute Früh vorliegenden Meldungen über den Rückzug des feindlichen Südflügels in Russisch-Polen. Die stark befestigte Nidafront wird vom Gegner als unhaltbar erkannt und eilig geräumt. Wie der Erfolg bei Gorlice und Jaslo sich auf die Karpatenfront übertrug, so beeinflusst jener der Armee des Erzherzogs Joseph Ferdinand bei Tarnow und Debica die Situation in Russisch-Polen.

In Mittelgalizien dringend unsere und die deutschen Truppen unter fortwährenden erfolgreichen Kämpfer in den Trümmern der geschlagenen russischen Korps gegen den Sanabschnitt Dynow-Sanok nach. Ein versuchter russischer Gegenangriff von etwa drei Divisionen von Sanok entlang der Bahn gegen Westen wurde unter schweren Verlusten des Feindes blutig zurückgeschlagen.

Die aus dem Waldgebirge vorgedrungenen Kolonnen haben bei Baligrod den starken Gegner geworfen und mit Vortruppen den San bei Dwernik überschritten. Die russische 8. Armee, die im allgemeinen zwischen Lupkow und Uzsok kämpfte, ist nunmehr mit beträchtlichen Teilen ebenfalls in die Niederlage verwickelt.

In Süd Ostgalizien sind die Russen in mehreren Abschnitten zum Angriff übergegangen. Ein Vorstoß starker Kräfte nördlich des Pruth auf Czernowitz wurde an der Reichsgrenze zurückgeschlagen, 620 Gefangene gemacht. Nördlich Horodenka gelang es feindlichen Abteilungen, am südlichen Dnjestrufer Fuß zu fassen. Der Kampf dauert hier an.

Aus dem Osten - Die deutsche oberste Heeresleitung meldet:

Deutsches Kaiserreich

Deutsches Kaiserreich

In der Gegend von Szawle griffen wir den russischen Nordflügel an und schlugen ihn. 1.600 Gefangene und 7 Maschinengewehre waren die Beute. Feindliche Gegenstöße in der Nacht scheiterten. An der Dubissa wurden stärkere, gegen die Linie Misiuny – Zemigola gerichtete russische Nachtangriffe abgewiesen. 1.000 Gefangene blieben bei uns zurück. Auch südlich des Njemen schlug ein feindlicher Nachtangriff nördlich Pilzwiski fehl.

Aus dem Osten - Die deutsche oberste Heeresleitung meldet:

Deutsches Kaiserreich

Deutsches Kaiserreich

Die Armee des Generalobersten von Mackensen hatte gestern nördlich von Przemysl die Offensive erneut aufgenommen. Der Angriff führte wieder zu einem vollen Erfolg. Die stark befestigten Orte Drohojow, Ostrow, Radymno, Wysocko, Wietlin, Makowicko und die Höhen nordwestlich Bobrowka sowie westlich Cetula wurden stürmend genommen.

Bisher fielen 153 Offiziere und über 21.000 Mann als Gefangene, 39 Geschütze, darunter 9 schwere, und mindestens 40 Maschinengewehre den verbündeten Truppen in die Hände. Die Russen erlitten außergewöhnlich hohe Verluste.

Das k.u.k. Flottenkommando berichtet:

Flagge der k.u.k. Kriegsmarine

Flagge der k.u.k. Kriegsmarine

Heute vor Sonnenaufgang, also genau 12 Stunden nach der Kriegserklärung seitens Italiens, hat die k.u.k. Flotte gleichzeitig eine Reihe erfolgreicher Aktionen an der Ostküste Italiens von Venedig bis Barletta ausgeführt.

In Venedig hat ein Marineflieger 14 Bomben geworfen, im Arsenal einen Brand erzeugt, einen Zerstörer stark beschädigt, Bahnhof, Ölbehälter und Hangars am Lido beworfen. In den sehr engen Kanal von Porto Corsini war der Zerstörer „SCHARFSCHÜTZE“, eingedrungen, bis er sich plötzlich unmittelbar neben einem vollbesetzten Schützengraben sah. Von der völlig überraschten Besatzung wurde ein großer Teil niedergeschossen, worauf jedoch drei ganz versteckte Strandbatterien ein heftiges Feuer aus ca. 12 cm Geschützen auf den vor der Kanalmündung liegenden Kreuzer „NOVARA“ und „Torpedoboot 80“ eröffneten. Letzteres erhielt einen Treffer in der Offiziersmesse, wobei ein Mann schwer verletzt und das Boot leck wurde. „NOVARA“ führte das Feuergefecht fort, um dem Zerstörer und dem Torpedoboot aus der misslichen Lage heraus zu helfen, enfilierte (Anmerkung: enfilieren=beschießen) den Schützengraben, demolierte eine Kaserne, erhielt aber viele Treffer. Linienschiffsleutnant Persich und vier Mann tot, vier Mann schwer, mehrere leicht verwundet. Aber die Verluste des Feindes sind vielleicht 10-20-mal schwerer. „SCHARFSCHÜTZE“ kam vollkommen unversehrt davon, „Torpedoboot 80“ mit Lecktuch nach Pola.

In Rimini wurden vom Panzerkreuzer „ST. GEORG“ Bahnhof und Brücke beschossen. In Senigallia wurde von S. M. S. „ZRINY“ Eisenbahnbrücke, Wasserturm, Hafenanlage, Stationsgebäude und ein Zug demoliert. Letztere zwei und ein nahe gelegenes Gebäude verbrannten.

In Ancona wurde vom Gros der Flotte alte Befestigung, dass Artillerie-und Kavallerielager, die Werften, elektrische Zentrale, Bahnhof, Gasometer, Petroleumdepot, Semaphor (Anmerkung: optischer Telegraf) und Radiostation beschossen und durch abirrende Geschosse und Brände ein ungeheurer Schaden angerichtet. Zwei Dampfer im Hafen wurden versenkt, und der auf der Werft neugebaute Dampfer, der schon für den Stapellauf fast klar war, demoliert. Widerstand wurde nur von einer leichten Batterie und einigen Maschinengewehren gegen zwei Zerstörer geleistet. In dem einzigen modernen Fort „Alfredo Savio“ stand zwar bei Beginn der Beschießung die Besatzung an den Geschützen, aber zwei unserer im richtigen Augenblick erscheinenden Flieger vertrieben sie mit Maschinengewehrfeuer so gründlich, dass sie nicht wieder zurückkehrten. Diese Flieger und ein Dritter haben auch die Ballonhalle in Chiaravalla landeinwärts und mehrere militärische Objekte mit 30 Bomben beworfen.

Das Luftschiff „CITTA DIE FERRARA“ warf mehrere Bomben erfolglos gegen S.M.S. „ZRINY“ und versuchte die abziehende Flotte anzugreifen, suchte aber schleunigst das Weite, als zwei Flieger herbeiflogen, die übrigens alle ihre Bomben schon verworfen hatten.

Dasselbe oder ein anderes Luftschiff war schon eine halbe Stunde nach Mitternacht von der Flotte auf halbem Weg Pola-Ancona im Gegenkurs gesichtet worden und zweifellos auf dem Weg nach Pola. Als aber drei es begleitende Fahrzeuge vor dem Geschützfeuer entflohen, kehrte das Luftschiff auch gleich um und verschwand gegen Nordwest, ohne, wie es scheint, die Flotte selbst gesehen zu haben.

Die Eisenbahnbrücke über den Potenzerfluss wurde von S.M.S „RADETZKI“ beschossen und beschädigt. S.M.S „ADMIRAL SPAUN“ mit vier Zerstörer beschoss die Eisenbahnbrücke über den Sinarcafluss, die Eisenbahnstation, Lokomotiven, Pumpenhaus usw. in Campo Marino, demolierte den Semaphor von Tremiti und beschädigte den von Torre di Mileto.

S.M.S.“HELGOLAND“ mit drei Zerstörer beschoss Vieste und Manfredonia und stieß bei Barletta auf zwei italienische Zerstörer, die es sofort unter Feuer nahm und verfolgte. Der eine entkam, der zweite, „TURBINE“, wurde von unseren Zerstörern „CSEPEL“ und „TATRA“ gegen Pielagosa abgedrängt und durch einen Granattreffer in eine Maschine und einen Kessel lahm geschossen und blieb gestoppt, brennend und sinkend liegen. Er ergab sich. „CSEPEL“, „TATRA“ und „LIKA“ retteten 35 Mann der Besatzung, darunter den Kommandanten, Gesamtdetailoffizier und Maschinenvorstand, und nahmen sie gefangen. Das Rettungswerk wurde von zwei von Nordost bis auf 9000 m herankommenden Schlachtschiffen, Typen Vittorio Emmanuele und einem Auxiliarkreuzer gestört.

Im darauf folgenden Feuergefecht erhielt nur „CSEPEL“ einen unbedeutenden Treffer, wobei ein Mann schwer, zwei Mann leicht verwundet worden. Das Feuer wurde von „HELGOLAND“ und den Zerstören anscheinend mit gutem Erfolg erwidert. Nächste Distanz 8000 m. Nach kurzer Zeit waren unsere Schiffe außer Schussdistanz. Außer den angegebenen hatte die k.u.k. Flotte keinerlei Verluste.

Der k.k. Generalstab meldet:

Österreich-Ungarn

Österreich-Ungarn

Die Schlacht bei Przemysl dauert fort. Die Armee des Generalobersten von Mackensen dringt im Angriff beiderseits des San in südöstlicher Richtung erfolgreich vor. Der Übergang über den San östlich Radymno ist erkämpft. Das österreich-ungarische 6. Korps erstürmte den Brückenkopf Zagrodny östlich dieser Stadt. Südlich und südöstlich Przemysl sind unsere Armeen gegen die starken, zum Teil betonierten Stellungen der Russen in langsam fortschreitendem Angriff. Die Zahl der in den letzten zwei Kampftagen eingebrachten Gefangenen ist auf 25.000 gestiegen. An Kriegsmaterial wurden bis gestern Abend erbeutet: 44 leichte, 10 schwere Geschütze, 64 Maschinengewehre, 14 Munitionswagen.

Südlich des Dnjestr und in Russisch-Polen ist die allgemeine Lage unverändert. Bei einem Gefecht nördlich der Weichsel wurden 998 Russen gefangen.

Aus dem Osten - Die deutsche oberste Heeresleitung meldet:

Deutsches Kaiserreich

Deutsches Kaiserreich

Bei Illoky, 60 Kilometer südöstlich Libau, wurde eine feindliche Abteilung durch unsere Kavallerie in nördlicher und nordöstlicher Richtung zurückgeworfen.

An der Dubissa musste eine kleine deutsche Abteilung den Ort Sawdynky vor überraschenden russischen Angriffen aufgeben. 4 Geschütze vielen in Feindeshand. Eingetroffene Verstärkungen von uns nahmen das Dorf wieder und trieben den Gegner zurück. In der Gegend von Szawle wurden feindliche Angriffe abgewiesen. Der Gegner erlitt schwere Verluste.

Juni

Aus dem Westen - der deutsche Generalstab berichtet:

Deutsches Kaiserreich

Deutsches Kaiserreich

Um den von den Engländern besetzten, stark ausgebauten Ort Hooge (etwa 3 km östlich von Ypern) entwickelte sich ein Kampf, der einen günstigen Verlauf für uns nimmt. Wir sahen uns gezwungen, den Turm der Martinskirche in Ypern, auf dem feindliche Artilleriebeobachtungsstellen erkannt worden, gestern zu beseitigen.

In der Gegend nördlich von Arras war die Kampftätigkeit auf der Front Souchez - Neuville und südlich wieder sehr lebhaft. Die Franzosen setzten dort nachmittags und in der Nacht mehrfach zu größeren Angriffen an, die an einzelnen Stellen zu erbitterten Nahkämpfen führten. Überall erlitten die Franzosen die schwersten Verluste, ohne irgendwelche Vorteile zu erringen. Um den Besitz der Zuckerfabriken bei Souchez wird noch dauernd gekämpft. Das Feuer der französischen Artillerie auf die hinter unserer Stellung liegenden Ortschaften forderte unter den französischen Einwohnern gestern wieder zahlreiche Opfer. So zum Beispiel in Angres, wo fünf Männer, 15 Frauen, zehn Kinder, und in Méricourt, wo zwei Frauen getötet oder verletzt wurden.

Im Priesterwald sind die Kämpfe noch nicht abgeschlossen.

In den Vogesen bewarfen unsere Flieger den Etappenort und Bahnknotenpunkt Rémiremont und feindliche Truppenlager bei Hoheneck mit Bomben. Kleinere örtliche Gefechte entstanden heute Nacht in der Gegend des Fechttales bei Metzeral.

Der k.k. Generalstab meldet:

Österreich-Ungarn

Österreich-Ungarn

Der erste größere Angriff des Feindes, der gestern Nachmittag von Truppen in der beiläufigen Stärke einer Infanteriedivision gegen den Görzer Brückenkopf angesetzt war, wurde unter schweren Verlusten der Italiener abgeschlagen.

Diese flüchteten im Artilleriefeuer zurück und mussten mehrere Geschütze stehen lassen.

Das gleiche Geschick ereilte feindliche Angriffsversuche bei Gradisca und Monfalcone. Die Kämpfe an der Kärntner Grenze und östlich des Plöckenpasses und das beiderseitige Geschützfeuer im Gebiet unserer Kärntner und Tiroler Grenzbefestigungen dauern fort.

Aus dem Westen - der deutsche Generalstab berichtet:

Deutsches Kaiserreich

Deutsches Kaiserreich

Feindliche Vorstöße nordöstlich der Loretto-Höhe sowie wiederholte Angriffe auf unsere Stellungen nördlich und südlich von Neuville scheiterten.

Der Nahkampf in den Gräben nördlich von Ecurie dauerte noch an.

Südwestlich von Hebuterne und bei Beaumont wurden feindliche Angriffe gestern und heute Nacht abgewiesen. Nur am Weg Serre - Mai lly erzielten die Franzosen einen unbedeutenden Fortschritt.

Die in der Champagne am 9. Oktober eroberten Gräben versuchten sie uns gestern Abend wieder zu entreißen.

Mit starken Kräften und in breiter Front griffen sie nördlich von Le Mesnil bis nördlich von Beauséjour Fme. an.

Der Angriff brach unter schwersten Verlusten für den Feind gänzlich zusammen. Erneute nächtliche Angriffsversuche wurden bereits im Keim erstickt.

Die österr.-ungar. Heeresleitung meldet:

Österreich-Ungarn

Österreich-Ungarn

Zwischen Dnjestr und Pruth bekämpfen die Truppen der Armee Pflanzer neuerdings mehrere russische Stellungen. Die Orte Jeziersany und Niezwiska nördlich Obertyn wurden erstürmt. Unsere siegreichen Truppen dringen gegen Czerneliza vor und haben dort östlich Horodenka den Dnjestr überschritten. Zaleszczyki wurde genommen. Gegen diese Stadt richteten die Russen abends und während der Nacht verzweifelte Angriffe, die alle unter den schwersten Verlusten des Feindes abgewiesen wurden. Auch die Attacke eines Kosackenregiments brach in unserem Feuer vollständig zusammen.

In der Bukowina mussten die Russen auch die letzten Stellungen am Pruth aufgeben. Sie ziehen sich, von unseren Truppen scharf verfolgt, unter großen Verlusten über die Reichsgrenze zurück. Die gestrigen Kämpfe der Armee Pflanzer brachten an 5.000 Gefangene ein.

Südlich des oberen Dnjestr dauern die Kämpfe noch fort. Ein russischer Gegenangriff auf Stanislau wurde abgewiesen. Zurawno, das infolge Eintreffens russischer Verstärkungen geräumt worden war, wurde gestern von den verbündeten Truppen wieder genommen.

Aus dem Westen - Die deutsche Heeresleitung meldet:

Deutsches Kaiserreich

Deutsches Kaiserreich

Den Engländern gelang es bei Ypern, unsere Stellung nördlich des Teiches von Bellewaarde etwas zurück zu drücken. Es wird dort noch gekämpft.

Dagegen sind zwei Angriffe von vier englischen Divisionen zwischen der Straße Estaires –La Bassée und dem Kanal von La Bassée vollkommen zusammengebrochen.

Unsere tapferen westfälischen Regimenter und dort eingetroffene Teile der Garde wiesen den Ansturm nach erbitterten Nahkämpfen restlos ab. Der Feind hatte schwere Verluste. Er ließ mehrere Maschinengewehre und einen Minenwerfer in unserer Hand.

An die Stellungen der mit größter Zähigkeit sich behaupteten Badener bei der Loretto-Höhe wagte sich der Feind nach seinen Niederlagen am 13. und 14. Juni nicht wieder heran.

Aus dem Westen - der deutsche Generalstab meldet:

Deutsches Kaiserreich

Deutsches Kaiserreich

Nördlich des Teiches von Bellewaarde wurden die vorgestern verlorenen Grabenstücke zum größten Teil zurückerobert.

Die Engländer und Franzosen setzten gestern ihre Durchbruchsversuche fort.

Nördlich des Kanals von La Bassée wurden die Engländer von Westfalen und Sachsen im Handgemenge überwältigt und zu beschleunigtem Rückzug in ihre Stellungen gezwungen.

Gegen die Front von westlich Liévin bis Arras richteten die Franzosen fortgesetzt neue Angriffe. An der Loretto-Höhe wurde Ihnen ein völlig zerschossene Graben überlassen.

Südlich Souchez gelang es ihnen, in unsere Stellung in einer Breite von 600 m Fuß zu fassen. Dort wird noch gekämpft.

An allen anderen Stellen wurden sie blutig abgewiesen. Die unter größtem Munitionseinsatz und ohne Rücksicht auf die schwersten Verluste geführten Angriffe haben somit wiederum mit einer Niederlage der Franzosen und Engländer geendet. Die für uns siegreichen Nahkämpfe legen erneut Zeugnis ab von der glänzenden Tapferkeit und unerschütterlichen Ausdauer unserer Truppen. Mit dem gleichen Misserfolg endeten französische Angriffe bei Moulin-sous-Touvent. Wir nahmen dort fünf Offiziere, 300 Franzosen gefangen.

Aus dem Westen - der deutsche Generalstab meldet:

Deutsches Kaiserreich

Deutsches Kaiserreich

Die Feinde setzten ihren Durchbruchsversuche nördlich Arras vergeblich fort.

Die Engländer erlitten nördlich des Kanals von La Bassée eine neue Niederlage, ihre Angriffstruppen wurden aufgerieben. Nur einzelne Leute flüchteten sich zurück.

Beim Kirchhof südlich Souchez und nördlich Ecurie sind Franzosen in kleinere Teile unserer vorderen Stellungen eingedrungen.

Hart nördlich von der Loretto-Höhe gaben wir ein im umfassenden Feuer liegendes Grabenstück planmäßig auf.

Im übrigen wurden die feindlichen Angriffe abgeschlagen. Seit 16. Juni nahmen wir auf dem Kampffeld nördlich Arras 17 Offiziere, 647 Mannschaften gefangen.

Die blutigen Verluste der Gegner entsprechen denen in der Schlacht in der Champagne.

(Anmerkung: diese werden vorbehaltlich und ohne Gewähr laut dieser Quelle mit ca. 45.000 beziffert).

Bericht des Österr.-Ungar. Generalstabes

Österreich-Ungarn

Österreich-Ungarn

Nach mehrtägiger Pause entfalten die Italiener wieder eine lebhafte Tätigkeit an der Isonzofront.

Vorgestern Abend wiesen unsere Truppen einen Angriff bei Plava ab. Im Abschnitt Sagrado - Monfalcone erfolgten mehrere kleine, vergebliche Vorstöße des Feindes, in der vergangenen Nacht ein allgemeiner Angriff. Auch dieser wurde überall zurückgeschlagen.

Ebenso erfolglos für den Gegner blieben heute Morgen neuerliche Angriffe bei Selz und Monfalcone. Die Geschützkämpfe dauern an der ganzen Südwestfront fort und sind namentlich am Isonzo sehr heftig.

Der k.k. Generalstab meldet:

Österreich-Ungarn

Österreich-Ungarn

Nördlich Sieniawa sind unsere Truppen in Verfolgung auf russisches Gebiet vorgedrungen. Sie erreichten die Höhen nördlich Kreszow, die Niederung des Tanew und besetzten Tarnograd. Auch die zwischen dem unteren San und der Weichsel stehenden russischen Kräfte weichen an mehreren Stellen zurück. Cieszanow und die Höhen nördlich des Ortes wurden genommen.

Im Bergland östlich Niemirow sowie in der Gegend bei Janow haben sich starke russische Kräfte gestellt. An der Wereszyca wird gekämpft. Unsere Truppen haben an einigen Stellen schon östlich des Flusses Fuß gefasst.

Südlich des oberen Dnjestr mussten die Russen nach heftigen Kämpfen aus den Stellungen bei Litynia gegen Kolodruby zurückweichen. Eigene Truppen haben in der Verfolgung die Mündung der Wereszyca erreicht. Die sonstige Lage am Dnjestr ist unverändert.

Die Ostgruppe der Armee Pflanzer wies gestern zwischen Dnjestr und Pruth acht Sturmangriffe der Russen blutig ab. Der Feind, der verzweifelte Anstrengungen machte, um unsere Truppen in der Bukowina zurück zu werfen, erlitt im Artilleriefeuer schwere Verluste und ging fluchtartig zurück. 8 Offiziere, 1002 Mann wurden gefangen, 3 Maschinengewehre erbeutet.

Juli

Österreichischer Kriegsbericht

Österreich-Ungarn

Österreich-Ungarn

Der gestern Nachmittag von mehreren feindlichen Infanteriedivisionen erneuerte allgemeine Angriff gegen unsere Stellungen am Rande des Plateaus von Doberdo wurde überall unter schweren Verlusten der Italiener abgeschlagen.

Der Hauptstoß des Feindes richtete sich gegen die Front Sagrado-Monte Cosich (nordöstlich von Monfalcone). Bei Selz und Bermigliano drangen die Italiener in unseren vordersten Graben ein. Ein Gegenangriff unserer tapferen Infanterie warf jedoch den Feind in das Tal wieder zurück. Die Hänge des Monte Cosich sind mit italienischen Leichen bedeckt.

Ein abends angesetzter Vorstoß gegen die Höhen östlich Monfalcone, ein Angriff nordwestlich Sagradound mehrere kleinere Vorstöße gegen den Görzer Brückenkopf brachen gleichfalls zusammen.

Nach dieser Niederlage des Feindes trat Ruhe ein.

Gehobener Stimmung sind unsere unerschütterlichen Truppen in festem Besitz aller ihrer Stellungen, zu neuen Kämpfen bereit.

Am nördlichen Isonzo-Abschnitt und an der Kärntner Grenze hält das Geschützfeuer an.

Der k.k. Generalstab meldet:

Österreich-Ungarn

Österreich-Ungarn

Die Kämpfe am Görzischen, die in den letzten Tagen immer größeren Umfang angenommen hatten, entwickelten sich gestern durch den allgemeinen Angriff der italienischen 3. Armee zur Schlacht.

Etwa vier feindliche Korps gingen unter mächtiger Artillerieunterstützung gegen unsere Front vom Görzer Brückenkopf bis zum Meer vor. Sie wurden vollständig zurückgeschlagen und erlitten furchtbare Verluste. Dank der über alles Lob erhabenen Haltung unserer vortrefflichen Truppen, besonders der tapferen Infanterie, blieben unsere Stellungen unverändert in unseren Händen. So halten die Helden an der Südwestgrenze der Monarchie starke und treue Wacht gegen die Überzahl des Feindes. Sie können des Dankes aller Völker ihres Vaterlandes und der im Norden von Sieg zu Sieg eilenden Armeen sicher sein.

Am mittleren Isonzo, im Krn-Gebiet und an den übrigen Fronten hat sich gestern nichts Wesentliches ereignet.