Deutschland im Osten

Anmerkung: Laut Buch wurde der deutschen Presse im Januar 1915 eine zusammenfassende Darstellung der Kämpfe zur Verfügung gestellt. Welcher Quelle diese Zusammenfassung ist, wird nicht weiter ausgeführt. Es heißt lediglich "von wohlunterrichteter Seite".

Dieser Bericht umfasst die Zeit ab September 1914 bis zum Jahresende 1914.

Erster Teil

Nach der Vernichtung und Vertreibung der in Ostpreußen eingefallenen russischen Armeen waren erhebliche Teile der deutschen Streitkräfte zu neuer Verwendung frei geworden.

Da die österreichisch-ungarischen Armeen, von stark überlegenen russischen Kräften angegriffen, um diese Zeit im Zurückgehen über den San hinter die Wisloka sich befanden, wurden die frei gewordenen deutschen Kräfte nach Südpolen befördert, mit der Aufgabe, die Verbündeten durch eine Offensive durch Südpolen über die Weichsel gegen den Rücken der über den San folgenden russischen Kräfte zu unterstützen.

Unsere Bundesgenossen schoben alle südlich der Weichsel entbehrlich gewordenen Teile auf das nördliche Weichselufer, um sich dann mit ihrer gesamten Macht der deutschen Offensive anzuschließen. Noch um die Mitte des September standen die deutschen Truppen im russischen Grenzbezirk, und schon am 28. September konnte die neue Offensive aus der Linie Krakau-Kreuzburg in allgemein östlicher Richtung beginnen, eine gewiss achtungswerte Leistung unserer Bahnverwaltung.

Auf dem linken Weichselufer war zunächst nur starke russische Kavallerie, etwa 6 Divisionen, gemeldet, die vor dem deutschen Aufmarsch zum Teil unter schweren Verlusten zurückwich.

Die Ende September über den Feind eingehenden Nachrichten ließen erkennen, dass der unmittelbare Zweck der deutschen Offensive, die Entlastung der zwischen den Karpaten und der Weichsel zurückgehenden verbündeten österreichisch-ungarischen Armeen, bereits voll erreicht war. Starke russische Kräfte hatten von den Österreichern abgelassen und wurden östlich der Weichsel im Vormarsch und Abtransport in nördlicher Richtung gegen die Linie Lublin-Kazimierz gemeldet.

In den ersten tagen des Oktober schickten sich die Russen an, mit Teilen die Weichsel, zwischen Sandonierz und Josefow zu überschreiten, anscheinen in der Absicht, mit diesen Kräften die nördlich und südlich Opatow gegen die Weichsel vorrückenden Verbündeten in der Front zu fesseln und mit allem übrigen über Iwangorod vorgehend, den deutschen linken Flügel umfassen anzugreifen.

Diese Absicht wurde durch den überraschenden Angriff überlegener deutscher Kräfte vereitelt, welche die über die Weichsel bereits vorgeschobenen russischen Vorhuten am 4 Oktober östlich Opatow über den Fluss zurückwarfen.

Die Russen gaben indes in der ihnen eigenen Zähigkeit ihre Absicht nicht auf. Weiter stromabwärts wurden in der Zeit zwischen dem 08. und 20. Oktober bei Kazimierz, Nowo-Aleksandria, Iwangorod, Pawlowice und Ryczywol neue Übergangsversuche unternommen, die sämtlich und zum Teil unter sehr schweren Verlusten für die Russen von uns verhindert wurden.

Inzwischen war es den österreichisch-ungarischen Armeen gelungen, die in Galizien eingedrungenen russischen Kräfte bis über den San zurückzuwerfen und Przemysl zu entsetzen.

Ein weiteres Vordringen, das sie in die linke Flanke der den Deutschen gegenüberstehenden russischen Kräfte führen musste, fand zähen Widerstand am San und hart nordöstlich Przemysl. Hierdurch gerieten die an der Weichsel stehenden deutschen und österreichischen Kräfte, deren Aufgabe es jetzt geworden war, ein Vorbrechen der Russen über die Weichsel zu verhindern, bis die von Süden auf dem rechten Weichselufer vordringenden österreichisch-ungarischen Armeen den Stoß in des Feindes Flanke führen konnten, in eine schwierige Lage.

Nachrichten über den Abtransport starker russischer Kräfte nach Warschau, sowohl vom San her wie aus dem Innern des Reiches, sowie Meldungen über den Ausbau einer starken brückenkopfartigen Stellung zwischen Lowicz—Skierniewice--Grojec--Pilica-Mündung ließen vermuten, dass die Russen eine große Offensive gegen den deutschen linken Flügel aus Richtung Warschau beabsichtigen. Bestätigt wurde diese Vermutung später durch wertvolle, unter den Papieren eines gefallenen russischen Offiziers gefundenen Nachrichten. Hiernach verfolgten die Russen den Plan, mit etwa 5 Armeekorps die Deutschen an der Weichsel ober- und unterhalb Iwangorod zu fesseln, während die Masse, mehr als 10 Armeekorps mit zahlreichen Reservedivisionen, über Warschau—Nowo-Georgiewsk vorbrechend, den deutschen linken Flügel eindrücken sollte. Diese Absicht konnte nur durch schleunigen Vorstoß auf Warschau vereitelt werden. Gelang es, hier die Russen am Überschreiten der Weichsel zu verhindern, so gewannen die immer noch um den San-Abschnitt kämpfenden österreichisch-ungarischen Armeen Zeit, ihren auf dem rechten Weichselufer geplanten Vorstoß in die linke Flanke der um den Stromübergang ringenden Russen auszuführen.

Unter Belassung schwächerer Kräfte zur Sperrung der Weichsel ober- und unterhalb Iwangorod wurde mit den Hauptkräften unverzüglich auf Warschau aufgebrochen. In raschem, rücksichtslosem Angriff gelang es, schwächere bereits in der ausgebauten Stellung stehende feindliche Kräfte zurückzuwerfen und bis dicht vor die Tore Warschaus vorzudringen, während die ober- und unterhalb Iwangorod stehenden Truppen in längeren erbitterten Kämpfen, die sich bis zum 20. Oktober hinzogen, die inzwischen bereits unterhalb Iwangorod über die Weichsel vorgedrungenen russischen Kräfte trotz der feindlichen Überlegenheit festhielten.

Gegen die vor Warschau kämpfenden Korps entwickelten die Russen indes, über Nowo-Georgiewsk ausholend, allmählich eine fast vierfache Überlegenheit. Die Lage der Deutschen wurde schwierig, zumal der zähe Widerstand der bei Przemysl und am San stehenden russischen Kräfte ein Vordringen der österreichisch-ungarischen Armeen gegen die linke Flanke des russischen Heeres vereitelte, und damit die Aussicht auf die Mitwirkung der verbündeten Armeen auf dem rechten Weichselufer schwand. Ein Vordringen der Russen über die Weichsel war jetzt nicht mehr zu verhindern.

Ein neuer Plan musste gefasst werden. Man beschloss, den bei und westlich Warschau übergegangenen Feind anzugreifen, unter Heranziehung der ober- und unterhalb Iwangorod sperrenden deutschen Korps, die hier durch die auf das linke Weichselufer geschobenen, inzwischen herangerückten österreichisch-ungarischen Truppen abgelöst werden sollten. Hierzu wurden die dicht vor Warschau stehenden Truppen in eine starke Stellung in Linie Rawa—Skierniewice zurückgenommen, während die bei Iwangorod freigewordenen Kräfte über die Pilica vordringen, die in westlicher Richtung nach dringenden Russen von Süden angreifen und die Entscheidung bringen sollten.

Es gelang auch, die Masse der russischen Kräfte bei Warschau in die gewollte Richtung zu ziehen. Mit Ungestüm griffen die Russen die sehr starke deutsche Stellung an, aber alle ihre Angriffe wurden unter blutigen Verlusten abgewiesen.

Schon sollten die von Süden gegen die Flanke der Russen bestimmten deutschen Kräfte die Pilica überschreiten, als die Nachricht eintraf, dass die Verbündeten, die ihrerseits die unterhalb Iwangorod über die Weichsel vor brechenden Russen von Süden her angegriffen hatten, ihre Stellungen in der Gegend Iwangorod gegenüber der immer mehr anwachsenden feindlichen Überlegenheit nicht mehr zu behaupten vermochten.

Gleichzeitig entwickelten die Russen sehr starke Kräfte gegen den deutschen linken Flügel bei Skierniewice, der bei der drohenden Umfassung in südwestlicher Richtung zurückgenommen werden musste.

Zweiter Teil

Die an der Pilica und Radomka stehenden Kräfte waren ernstlich gefährdet. Von Iwangorod her entwickelte der Feind in Richtung auf die Lysa Gora immer stärkere Kräfte. Bei Przemysl und am San stand der Kampf. Unter diesen Umständen musste das verbündete Heer den schweren, aber der Lage nach gebotenen Entschluss fassen, die ganze Operation an der Weichsel und am San, die bei der fast dreifachen Überlegenheit des Feindes keine Aussicht auf einen entscheidenden Erfolg mehr bot, abzubrechen. Es galt, sich zunächst die Freiheit des Handelns wieder zu sichern und demnächst eine völlig neue Operation einzuleiten. Die gesamten zwischen Przemysl-Warschau stehenden Kräfte wurden vom Feinde losgelöst und bis Ende Oktober in Richtung auf die Karpaten und in die Linie Krakau – Czenstochau - Sierads zurückgenommen, nachdem zuvor sämtliche Bahnanlagen, Straßen- und Telegrafenverbindungen nachhaltig zerstört worden waren. Dieses Zerstörungswerk wurde so gründlich ausgeführt, dass die feindlichen Massen nur sehr langsam zu folgen vermochten und sich die ganze Bewegung der Verbündeten, nachdem einmal die Loslösung gelungen war, planmäßig vollziehen konnte.

Die Russen drangen nur mit Teilen in Galizien ein, ihre Hauptkräfte folgten dem Weichselbogen in südwestlicher Richtung und südlicher Richtung, schwächere Kräfte rückten von Narew beiderseits der Weichsel in westlicher Richtung auf Thorn vor.

Das Ziel der weiteren Operation der Verbündeten musste es sein, die Kraft der großen Offensive der russischen Massen unter allen Umständen zu brechen. Dies konnte trotz der großen zahlenmäßigen Überlegenheit des Feindes nur durch den Angriff erreicht werden. Eine starre Verteidigung konnte nur Zeitgewinn bringen, musste aber von den gewaltigen feindlichen Massen über kurz oder lang erdrückt werden.

Der Operationsplan der Verbündeten war folgender:

Die Entscheidung sollte in Polen und Galizien durch Angriff gegen die im Weichselbogen und östlich Krakau vorrückenden russischen Hauptkräfte gesucht werden, während auf den Flügeln in Ostgalizien und Ostpreußen die Verbündeten sich gegen die gegenüberstehenden erheblichen feindlichen Kräfte defensiv verhalten sollten. Für die Entscheidung in Polen galt es, alle an anderer Stelle irgend entbehrlichen Kräfte zusammenzufassen. Das äußerst langsame Folgen der Russen gab die Zeit zu der notwendigen neuen Versammlung der Kräfte. In Galizien standen starke Kräfte der österreichisch-ungarischen Armee.

In Südpolen wurde in der Gegend von Krakau und der oberschlesischen Grenze eine starke, aus österreichisch-ungarischen und deutschen Truppen bestehende Gruppe gebildet. Eine zweite starke, nur aus deutschen Truppen gebildete Gruppe unter Befehl des Generals von Mackensen wurde teils durch Fußmarsch teils durch Bahntransport an der Grenze zwischen Wreschen und Thorn versammelt. Ihre Aufgabe war es, die unmittelbar südlich der Weichsel zwischen dieser und dem Ner-Warthe-Abschnitt vordringenden schwächeren russischen Kräfte zu schlagen, um dann von Norden her gegen die rechte Flanke der russischen Hauptkräfte vorzugehen, deren Fesselung Aufgabe der südlichen Gruppe war. Eine schwächere Gruppe war zum Schutze Westpreußens nördlich der Weichsel in der Gegend Strasburg – Soldau versammelt.

Gegen Mitte November waren die an der ostpreußischen Grenze, im Weichselbogen und in Galizien versammelten russischen Streitkräfte etwa folgendermaßen verteilt:

8. und 9. Armeekorps (10. Armee) standen an der ostpreußischen Grenze zwischen Schierwindt und Biala, schwächere Kräfte (3. und 4. Armeekorps), mit einigen Kavalleriedivisionen,rückten zwischen der ostpreußischen Südgrenze und der Weichsel gegen Mlawa und Thorn vor, südlich der Weichsel standen gegen Thorn beobachtend, zwischen Wloclawek und Dombie 2. und 3. Armeekorps.

Diese beiderseits der Weichsel vor gegangenen Kräfte gehörten zur ersten russischen Armee. Anschließen an diese hatten die russischen Hauptkräfte, und zwar die 2., 5., 4. und 9. Armee (etwa 25 Armeekorps) mit zahlreichen Kavalleriedivisionen die Linie Uniewo – Zdunska – Wola – Nowo-Radomsk-Gegend nördlich Krakau erreicht und begannen mit den nördlichen beiden Armeen nach einem längeren Halt an der Warthe diesen Abschnitt zu überschreiten. Südlich der Weichsel in Galizien gingen die übrigen russischen Armeen vor.

Sämtliche im Innern verfügbaren Kräfte, vor allem die sibirischen und kaukasischen Korps, waren herangezogen, so dass die Gesamtstärke der zu der großen Offensive gegen Deutschland und österreichisch Schlesien bestimmten russischen Streitkräfte auf annähernd 45 Armeekorps mit zahlreichen Reservedivisionen geschätzt werden kann.

Dritter Teil

Mitte November begannen die Russen auf der ganzen Linie ihre groß angelegte Offensive. Angriffe gegen die ostpreußische Grenze, insbesondere bei Stallupönen, Endtkuhnen und Soldau, wurden indes nach sehr heftigen Kämpfen abgewiesen. Der russischen Offensive in Polen kam der etwas gleichzeitig einsetzende Angriff der Deutschen zuvor. Am 13. und 14. November wurde ein russisches Armeekorps bei Wloclawec geschlagen und ihm zahlreiche Gefangene abgenommen. Zwei weitere zu Hilfe eilende Korps erlitten am 15. bei Kutno eine entscheidende Niederlage. 28.000 Gefangene wurden gemacht und zahlreiche Geschütze und Maschinengewehre erbeutet. Während schwächere deutsche Kräfte unter General von Morgen die Verfolgung dieser in östlicher Richtung ausweichenden Kräfte übernahm, schwenkte die Masse der Armee Mackensen nach Süden ein und ging beiderseits Lenczyoa über den Ner-Abschnitt vor, nachdem es zuvor gelungen war, ein bei Dombie stehendes russisches Korps zu schlagen. Infolge dieser Bedrohung ihrer rechten Flanke waren die Russen gezwungen. Ihren rechten Flügel (die 2. Armee) in die Linie Strykow – Kasimierz – Zdunska – Wola, Front nach Nordwesten, zurückzuschwenken. In dieser Linie wurde nach und nach auch noch die Masse der von Süden herangeholten 5. Armee gezogen, so dass nunmehr in der Mitte der russischen Linie eine erhebliche Lücke zwischen der 5. und 4. Armee entstand.

Den über den Ner-Abschnitt in der allgemeinen Richtung Lodz unaufhaltsamen vordringenden Deutschen gelang es, schon am 17. November den wichtigen Straßenknotenpunkt Zgierdz zu nehmen. Am 18. wurde der feindliche rechte Flügel von Strykow bis gegen die Straße Brzeziny – Lodz zurückgeworfen. Die um Lodz auf engem Raum vereinigte 2. und 5. russische Armee wurde in den nächsten tagen von dem zunächst über Brzeziny in südlicher Richtung, dann über Tuszyn in südwestlicher Richtung vordringenden linken deutschen Flügel zuerst von Osten, dann auch von Südosten eingeschlossen, während schwächere von Polen und Breslau herangezogene Teile und Kavallerie den Feind von Westen und Südwesten umfassten. Fast schien es jetzt, als ob die verbündeten das Ziel ihrer ursprünglich nur auf die Abwehr der feindlichen Offensive gerichteten Operationen trotz der großen Überlegenheit des Gegners höher stecken könnten, als ob die Vernichtung des Feindes erreicht werden könne, – da trat unerwartet ein Rückschlag ein:

Es gelang den Russen, den umklammerten Armeen im letzten Augenblick von Osten und Süden Hilfe zuzuführen. Teile der an der ostpreußischen Grenze befindlichen russischen Kräfte sowie die nördlich der Weichsel zurückgehenden Korps der russischen 1. Armee waren teils durch Fußmarsch, teils durch Bahntransport über Warschau – Skierniewice in der Gegend westlich Skierniewice vereinigt. Diese Kräfte gingen jetzt im Verein mit stärkeren von Süden anrückenden Truppen (anscheinend Teile vom rechten Flügel der 4. Armee) gegen den Rücken der mit Front nach Westen und Nordwesten im Kampfe stehenden deutschen Truppen vor, drohend, diese ihrerseits zu umklammern, nachdem sie die nach Osten und Südosten entsandten deutschen Sicherungstruppen zurückgeworfen hatten.

Die Lage der Deutschen war ernst. Von den in Richtung Lowicz vorgedrungenen Truppen des Generals v. Morgen war Hilfe nicht zu erwarten, da diese nach mehreren glücklichen Kämpfen westlich Lowicz auf stark überlegenen Feind gestoßen waren. Das Schicksal der von mehrfacher Überlegenheit umzingelten deutschen Truppen östlich Lodz ließ Ernstes befürchten.

In der Nacht vom 24. zum 25. November schlugen sich daher die deutschen Truppen in der Richtung auf Brzeziny durch, wobei es ihnen gelang, den sie hier einschließenden Feind gefangen zu nehmen. Über 12.000 Gefangene und zahlreiche Geschütze und Maschinengewehre fielen ihnen in die Hände.

Die eigenen Verluste waren verhältnismäßig gering. Fast sämtliche Verwundete konnten mitgeführt werden. Es gelang den umklammert gewesenen Truppen, bis zum 26. November zwischen Lowicz und Lodz den Anschluss an den linken Flügel der Lodz von Norden umschließenden Truppen des Generals v. Mackensen wiederzugewinnen.

Die deutsche Front erstreckte sich jetzt von Szadek über Kazimierz – nördlich Lodz – Glowno bis in die Gegend nordwestlich Lowicz. Gegen diese Front richtete sich nunmehr eine allgemeine Gegenoffensive der auf engem Raum vereinigten russischen Massen. Trotz blutiger Verluste, wie sie in solchem Umfang die bisherigen Kämpfe noch nicht aufgewiesen hatten, erneuerten sie in den letzten Novembertagen mit äußerster Hartnäckigkeit immer wieder ihre Anstürme, die indes von den ausharrenden deutschen Truppen sämtlich abgewiesen wurden.

Vierter Teil

Anfang Dezember gingen nun die Deutschen nach dem Eintreffen von Verstärkungen trotz der großen Erschöpfung ihrer seit drei Wochen fast ununterbrochen im Kampfe stehenden Truppen ihrerseits von neuem auf der ganzen Front zum Angriff über. Es gelang ihrem starken rechten Flügel in die in der Mitte der russischen Linie bestehende Lücke einzubrechen, Lask zu nehmen und in der Richtung auf Pabianice vorzudringen, die russische Stellung südwestlich von Lodz zu umfassen.

Hierdurch wurden die Russen gezwungen, in der Nacht vom 5. zum 6. Dezember ihre so zähe behaupteten Stellungen um Lodz und dieses selbst zu räumen und hinter die Miazga zurückzugehen.

Alle Versuche der Russen, die Lücke durch nach Norden gezogene Truppen der in Südpolen kämpfenden Armeen zu schließen, waren dank der energischen Angriffe der südlichen Gruppe der Verbündeten – namentlich ihres in Richtung Nowo-Radomsk siegreich vorgehenden linken Flügels – misslungen.

Auch der linke Flügel der nördlichen deutschen Gruppe, der sich inzwischen über Ilow bis zur Weichsel ausgedehnt hatte, machte erhebliche Fortschritte und gelangte bis dicht vor Lowicz und an den Bzura-Abschnitt.

Gleichzeitig mit der Offensive in Nordpolen waren die verbündeten österreichisch-ungarischen Truppen von den Karpaten und in Westgalizien zum Angriff übergegangen. Auch hier wurden erhebliche Fortschritte gegen den linken russischen Flügel gemacht.

Die nunmehr mit erhöhtem Nachdruck auf der ganzen Front, namentlich gegen die Flügel des russischen Heeres, gerichteten Angriffe brachten um Mitte Dezember die feindlichen Massen in Wanken. Zuerst in Westgalizien, dann im südlichen und nördlichen Polen gingen sie auf der Front in östlicher Richtung zurück. Hinter dem Dunajec, der Rida, Rawka und Bzura leisteten sie indes von neuem zähen Widerstand. Um diese Abschnitte wird zurzeit noch erbittert gekämpft.

Das ursprüngliche Ziel der Operationen ist indessen schon heute erreicht. Ostpreußen, Westpreußen, Polen und Schlesien werden für absehbare Zeit keinen russischen Einfall mehr zur fürchten haben.

Über 130.000 Gefangene, zahlreiche Geschütze, Maschinengewehre und sonstiges Kriegsmaterial sind die Siegesbeute der Verbündeten.

    • Waffenbrüder

    • Gruß in die Heimat

      Schnell noch eine Nachricht an die Familie geschrieben.

    • Die Vernichtung der russischen Narew-Armee

      Die Vernichtung der russischen Narew-Armee in der Schlacht bei Tannenberg vom 26.-28. August 1914.

      Die Flucht der Russen über eine nachts geschlagene Notbrücke.

      Deutsche Kavallerie hatte den Brückenbau gemeldet und eine mit Maschinengewehren ausgerüstete Kompanie nahm den Übergang unter Feuer. Zeichnung W. Brandes

    • Schlafstelle der Kraftwagenoffiziere des Generalkommandos des XIX. Armeekorps im Osten

    • Rekrutierung in Russland

      Die Gemusterten in Russland müssen aus den entferntesten Dörfern zusammen geholt werden. Teilweise unter Zwang und mit Gewalt. Unter scharfer Bewachung geht es auf verschneiten Straßen in tage-/wochenlang Märschen zur nächsten Garnisionsstadt.

    • Raubgut

      Blick in einen Güterwagen eines erbeuteten "Raub"-Zuges der Russen, mit Beutestücken aus ostpreußischen Städten.

    • Leipziger Vorortbahnhof

      Verpflegung durchfahrender Soldaten auf einem Leipziger Vorortbahnhof. Zeichnung von Felix Schwormstädt

    • General der Kavallerie von Rennenkampf

      General von Rennenkampf ist der zweite von links. Hier im Kreis seines Stabes in Insterburg.

    • Gefangengenommene Russen bei Neidenburg

    • Ostpreußische Landsturmleute

      Ostpreußische Landsturmleute beim Sortieren von eroberten russischen Munitions- und Uniformstücken in Hohenstein

    • Trag- und fahrbare Feldküche der russ. Armee.

      Die für die russ. Armee charakteristischen tragbaren Feldküchen hängen an zwei langen Holzstangen, die an beiden Seiten zweier hintereinander gehender Pferde an einem über den Rücken liegenden Holzgestell befestigt sind. Aufgekocht wird während des Marsches.

    • Das Gebetbuch als Lebensretter

      Die durchschlagenen Seiten der Bibel mit stecken gebliebener Schrapnellkugel. Einem schlesischer Landwehr-Unteroffizier durchschlug die Kugel Kochgeschirr und Tornister und blieb in der Bibel stecken, die ihm die Mutter vor Auszug in den Krieg zusteckte.

    • Aus Russisch-Polen

      Eroberung von Petrikau durch das K.u.K. Infanterieregiment Wilhelm I. Deutscher Kaiser und König von Preußen Nr. 34 am 16.12.1914.

    • Raubzug in Pillkallen/Ostpreußen

      Die von Russen vor ihrem Rückzug zerstörte Bank in Pillkallen. Im Hintergrund der gesprengte Kassenschrank.

    • Deutscher Sturmangriff in Russisch-Polen

      Aus der Realität gezeichnet von Prof. Georg Tippel

    • Der Humor der ausziehenden deutschen Soldaten

      Auf den Waggon steht geschrieben: "Nikolaus, wie sieht's in 14 Tagen aus?"

    • Im Kartoffelacker

      Drei deutsche Infanteristen in einem Kartoffelacker liegend, schlagen eine russische Kavallerie-Patrouille in die Flucht. Zeichnung: W. Brandes

    • Ostpreußen

      Gefangene Russen auf der Fahrt durch Hohensalza.

    • Ein zerstörter deutscher Kolonialwarenladen in Ostpreußen

    • Verhör russischer Spione an der deutschen Ostgrenze

      Zeichnung v. F. Schwormstädt

    • Nachtangriff in Nordpolen

      Nachtangriff westpreußischer und hessischer Regimenter auf eine russische Stellung unter heftigem feindlichen Artilleriefeuer in der Nacht vom 16./17.12.1914.

    • Am Grabe eines Kameraden

      Zeichnung von Max Tille

    • Brückenbau

      Brückenbau über die Weichsel durch deutsche Pioniere; Zeichnung: Alfred Liebing

Kaiserstandarte 1888-1918

Kaiserstandarte 1888-1918

Seit Monaten waren unsere unter den Befehlen des Generals von Below in Ostpreußen stehenden Truppen auf verteidigungsweises Verhalten angewiesen. Aus 50 Prozent Landwehr-, 25 Prozent Landsturm- und 25 Prozent anderen Truppen zusammengesetzt, verteidigten diese Truppen die Lande östlich der Weichsel, vor allem die Provinz Ostpreußen, erfolgreich gegen einen mehrfach überlegenen Feind, dessen Stärke in 6 bis 8 Armeekorps Anfang Februar noch etwa rund 200.000 Mann betrug. Die numerische Überlegenheit der Russen war auf diesem Kriegsschauplatz eine so große, dass die deutschen Truppen starke natürliche Stellungen aufsuchen mussten, die sich an den großen masurischen Seen und hinter der Angerapplinie anboten.

Das Land zwischen diesem Gebiet und der Grenze musste dem Feinde überlassen werden. In wiederholten Angriffen versuchte dieser sich in den Besitz der befestigten Stellungen der Deutschen zu setzen. Trotzdem er hierzu stets an Zahl überlegene Kräfte aufbot, wurden alle seine Angriffe, die sich mit Vorliebe gegen den Brückenkopf von Darkehmen und den rechten deutschen Flügel auf den Paprodker Bergen richteten, stets abgeschlagen. Bis zur Brust im Wasser durchwateten am ersten Weihnachtsfeiertag Teile des 3. sibirischen Korps das Sumpfgelände des Nietlitzer Bruchs. Ihr Angriff wurde ebenso abgewiesen, wie die noch im Januar und Februar gegen den linken deutschen Flügel versuchten Offensivunternehmungen.

Anfang Februar war endlich die Zeit gekommen, wo frische deutsche Kräfte verfügbar wurden, um nach dem ostpreußischen Kriegsschauplatz gebracht und dort zu einer umfassenden Bewegung gegen die Russen eingesetzt zu werden.

Das Ziel dieser Operationen war neben dem in erster Linie erstrebten Waffenerfolge die Säuberung deutschen Gebietes von dem russischen Eindringling, der hier schrecklich gehaust hatte.

Wohl verschleiert durch die deutschen Stellungen und Grenzschutztruppen und sorgfältig vorbereitet, vollzog sich in den ersten Februartagen hinter den beiden deutschen Flügeln die Versammlung der zur Offensive bestimmten Truppen. Am 7. Februar trat der Südflügel zum Angriff an, etwas später setzte sich die Nordgruppe (diese aus der Gegend von Tilsit) in Bewegung. Die Erde war mit Schnee bedeckt und scharf durchfroren, alle Seen waren von dickem Eis bedeckt. Am 5. Februar war außerdem erneuter Schneefall eingetreten, der das ganze Gelände mit einer außerordentlich hohen Schneedecke überzog.

Endlich setzte unmittelbar nach diesem Schneefall erneut Frost und mit ihm ein eisig kalter Wind ein, der an vielen Stellen zu den stärksten Schneeverwehungen führte und damit den Verkehr auf Bahnen und Straßen ganz besonders erschwerte, ja den Kraftwagenverkehr gänzlich ausschloss.

In aller Stille brachen sich die deutschen Angriffskolonnen ihre Bahn und gewannen am Nachmittag Fühlung mit dem Feind. Die jungen Truppen des Generals von Litzmann erzwangen sich am Nachmittag und in der Nacht zum 8. bei Wrobeln den Übergang über den Pissek. Trotz stark verschneiter Wege und heftigen Schneetreibens, das den ganzen Tag anhielt und die Bewegungen erheblich verzögerte, haben Teile dieser Truppen an diesem Tage 40km zurückgelegt. Die kampferprobten Truppen des Generals von Falck waren an diesem Tage bis dicht an Johannisburg herangekommen und nahmen Schnopken im Sturm, wobei dem Feinde die ersten Gefangenen (2 Offiziere, 450 Mann) und 2 Maschinengewehre abgenommen wurden. Am nächsten Tag setzten die deutschen Truppen den Kampf um die Gewinnung des Pisseckabschnitts fort. Die südliche Kolonne des Generals von Litzmann war gerade im Begriff, bei Gehsen das östliche Flussufer zu betreten, als sie plötzlich von der rechten Flanke vom Feind angegriffen wurde, der aus Kolno gekommen war. Sofort wandten sich die deutschen Truppen gegen diesen Gegner und warfen ihn wieder dorthin zurück, woher er gekommen war. 500 Gefangene, 5 Geschütze, 2 Maschinengewehre, zahlreiche Munitionswagen und sonstiges Material blieben in der Hand der Deutschen, während die Nachbarkolonne an diesem Tag bei Wrobeln 300 Gefangene machte und General Falck Johannisburg erstürmte, das von 2 russischen Regimentern verteidigt wurde. Hier verlor der Feind 2.500 Gefangene, 8 Geschütze und 12 Maschinengewehre.

Die Pissecklinie war am 8. Februar in deutscher Hand. Am 9. begann der Vormarsch auf Lyck. Bialla wurde noch an diesen Tagen von den Russen gesäubert. Wiederum fielen 300 Russen in deutsche Gefangenschaft.

Indessen war auch der Nordflügel nicht müßig geblieben. Die hier zum Angriff bestimmten Truppen hatten sich zunächst in den Besitz der befestigten Stellungen des russischen rechten Flügel zu setzen, die sich von Spullen aus zum Schoreller Forst und von dessen Nordsaum fast bis zur russischen Grenze erstreckte.

Für den Angriff gegen diese Stellungen, die mit Drahthindernissen wohl versehen waren, war der 9. Februar in Aussicht genommen. Als sich aber beim Feinde Anzeichen rückgängiger Bewegungen bemerkbar machten, schritten die Truppen, obwohl sie zum Teil weder über ihre Maschinengewehre noch über ihre ganze Artillerie verfügten, schon am Nachmittag des 8. Februar zum Angriff. Am 9. Februar waren die feindseligen Stellungen genommen. Der Feind ging in südöstlicher Richtung zurück. Die deutschen Truppen folgten in Gewaltmärschen. Trotz der allergrößten Schwierigkeiten, die diesen Märschen die Naturgewalten entgegenstellten, erreichten die deutschen Marschkolonnen am 10. Februar die Linie Pikallen-Wladislawow und am 11. Februar die große Straße Gumbinnen-Wolkowischki. Der rechte Flügel hatte bis zur Einnahme von Stallupönen fast 4.000 Gefangene gemacht, vier Maschinengewehre und elf Munitionswagen genommen. Die Mitte zählte bei der Wegnahme von Endtkuhnen – Wirballen und Kirbaty 10.000 Gefangene, sechs genommene Geschütze, acht Maschinengewehre und erbeutete außerdem zahlreiche Bagagewagen, darunter alleine 80 Feldküchen, drei Militärzüge, sonstiges zahlreiches rollendes Material, Waffen, einen ganzen Tagessatz Verpflegung. Beim linken Flügel endlich wurden 2.100 Gefangene gemacht und vier Geschütze genommen.

Bis zum 12. Februar, an welchem Tage unsere Truppen, nunmehr schon ganz auf russischem Boden, Wizwiny, Kalwarifa und Mariampol besetzten, hatte sich die Zahl der von den Truppen des Nordflügels genommenen Geschütze auf 17 gesteigert. Die russische 73. und 56. Division waren bis zu diesem Zeitpunkt so gut wie vernichtet, die 27. Division aufs schwerste geschädigt.

Der vor der Angerapplinie und den Befestigungen von Lötzen gelegene Gegner hatte inzwischen gleichfalls den Rückzug in östlicher Richtung eingeleitet. Nunmehr schritten auch die in den deutschen Befestigungen bisher zurückgehaltenen Truppenteile, aus Landwehr und Landsturm bestehend, zum Angriff gegen den weichenden Feind, dessen lange Marschkolonnen von unseren Fliegern festgestellt wurden. An diesem und an den nächsten Tagen kam es an den verschiedensten Stellen zum Kampf. Wiederum wurden zahlreiche Gefangene gemacht.

Seine Majestät der Kaiser hatte den Kämpfen unserer Truppen bei Lyck beigewohnt.

Während aus der Gegend Tilsit die Truppen des Generalobersten von Eichhorn bei Schnee in Gewaltmärschen auf Suwalki und Seiny marschierten und der rechte deutsche Heeresflügel sich über Grajewo und Augustow Bahn brach, hatte die Mitte der Truppen des Generals von Below mehrtägige Kämpfe in der Gegend von Lyck durchzuführen. Begünstigt durch die natürliche Verteidigungsfähigkeit der masurischen Seen setzte sich der Feind in den künstlich verstärkten und größtenteils mit Drahthindernissen versehenen Engen hartnäckig zur Wehr. Hier wollte er sich um jeden Preis behaupten, um der Masse seiner Armee die Durchführung des Rückzugs auf Suwalki und Augustow zu ermöglichen.

Der Feind, der hier seine besten sibirischen Truppen entfaltet hatte, die unter einer energischen Führung mit anerkennenswerter Energie fochten, fühlte sich so stark, dass er an einzelnen Stellen aus den Engen der masurischen Seen zum Angriff vorgegangen war und befestigte Stellungen bezogen hatte, die mehrere Kilometer über den Lycker See in westlicher Richtung vorgeschoben waren. Die deutschen Truppen hatten diese Stellungen am 12. Februar genommen. Der Feind war auf die Seeengen zurückgegangen. Er hielt nunmehr einerseits das Gelände, das sich zwischen dem Laszmiadensee und dem Dorf Wosziellen erstreckt, und andererseits die Engen zwischen Wosziellen und dem Lycker See.

Für die deutsche Führung kam es darauf an, den Zugang zur Stadt Lyck von Norden her zu öffnen. Die Besitznahme des Dorfes Wosziellen musste dabei von ausschlaggebender Bedeutung sein. Die zu diesem Angriff ausersehene Truppe bestand aus Landwehr und dem Füsilierregiment Nr. 33, während die Truppen der Generale von Falck und von Buttlar die Engen

selbst angriffen. Diese Kämpfe um Lyck spielten sich vor den Augen des Kaisers ab. Seine Majestät der Kaiser war am 13. Februar in Lötzen eingetroffen, um zunächst jene Stellungen zu besichtigen, die seine Truppen, vorwiegend Landsturm und Landwehr, in ununterbrochenen drei Monate langen Kämpfen erfolgreich verteidigt hatten. Am Nachmittag traf seine Majestät dann auf der Höhe westlich des Dorfes Grabnik ein, an dessen Ostausgang die deutschen Geschütze donnerten, während die Infanterie bei lebhaftem Gewehr- und Maschinengewehrfeuer in fortschreitenden Angriffen gegen Wosziellen lag. Mit gespannter Aufmerksamkeit verfolgte seine Majestät, an dessem Standort die Kaiserstandarte gehisst war, die einzelnen Phasen des Kampfes bis zur einbrechenden Dunkelheit. Leichter Regen rieselte vom Himmel, die strenge Kälte der letzten Tage hatte sich in Tauwetter verwandelt, als der Feuerkampf allmählich einschlief. Nur um die Enge von Wosziellen wurde noch weitergekämpft und diese am Abend vom Füsilierregiment Nr. 33 erstürmt.

Kurz vor der Abfahrt nach Lötzen, wo der Hofzug des Kaisers stand, konnte die Meldung von diesem Erfolg, der mit der Gefangennahme von 300 Russen geendet hatte, überbracht werden. Indessen verkündeten die Feuerbrände am nächtlichen Himmel, dass die Russen rückgängige Bewegungen eingeleitet hatten, bei denen sie bekanntlich die Ortschaften, die sie hinter sich lassen, der Flamme übergeben. Am Morgen des 14. Februar wurde der Kampf um die Seeengen bei Lyck so lange fortgesetzt, bis diese vom Feinde geräumt wurden. Seine Majestät hatte schon am Morgen, diesmal östlich Grabnik, Aufstellung genommen.

Auf russisch sprach er Gefangene an und erkundigte sich nach deren näheren Heimat. Auf die Meldung, dass Lyck genommen sei, eilte der Kaiser nach dieser Stadt vor, in welche gerade die siegreichen Truppen (hanseatische und mecklenburgische Landwehr sowie die 33er Füsiliere) von Westen her einmarschierten. Während diese Truppen an ihrem Kaiser vorbeizogen betraten auch von Süden her deutsche Soldaten die befreite Stadt. Es waren die Truppen der Generale von Falck und von Buttlar. Die Stadt Lyck war mit durchziehenden und sich sammelnden Truppen aller Waffen angefüllt, deutsche Soldaten noch im Begriff, die Häuser nach versprengten Russen abzusuchen und schwarz-weiß-rote Fahnen zum Zeichen des Sieges aufzuhängen, als auf dem Marktplatz seine Majestät eintraf, um dessen Person sich die Truppen formierten. Als der Kaiser den Kraftwagen verließ, wurde er mit drei donnernden Hurra begrüßt. Die Soldaten umringten und umjubelten ihn und stimmten dann die Lieder „Heil dir im Siegerkranz“ und „Deutschland, Deutschland über alles“ an.

Am 15. Februar war kein Russe mehr auf deutschem Boden. Ostpreußen war vom Feind befreit.

    • Winterschlacht

      Nach der Winterschlacht in Masuren: Verfolgung geschlagener Russen. Zeichnung von Hans Friedrich

    • Lyck

      Der Kaiser unter seinen siegreichen Truppen auf dem Marktplatz in Lyck am 14. Februar 1915 nach der Vertreibung der Russen aus ihren um die Stadt angelegten Stellungen. Zeichnung von Felix Schwormstädt

    • Südpolen (Karpathen):

      In einem deutschen Schützengraben am Dunajec. Zeichnung von R. Aßmann

    • Badeanstalt

      Blick auf eine von der deutschen Militärverwaltung in Russisch-Polen angelegte Badeanstalt.

    • Deutsche Kolonne

      Deutsche Kolonne mit Siegesbeute, Gefangenen und zurückgeführtem, verschlepptem Vieh wird im Wald von Augustowo von feindlichem Artilleriefeuer überrascht. Zeichnung: F. Schwormstädt

    • Arbeit hinter der Front in Russisch-Polen

      Bild von Felix Schwormstädt

    • Vor Lemberg

      Im Hintergrund die Stadt mit dem charakteristischen Lubelska-Hügel. Zeichnung: Hugo Braune

    • Fertigung von "Spanischen Reitern"

      Beim Anfertigen "Spanischer Reiter". Zeichnung von dem Kriegsteilnehmer Leutnant Ernst Lübbert (gefallen am 29.08.1915 auf dem östlichen Kriegsschauplatz)

      Die mit Stacheldraht bespannten Böcke werden hinter dem Schützengraben fertig gestellt und bilden, in der Nacht vorgetragen und ineinandergeschoben, ein Hindernis bei feindlichen Angriffen.

    • In einem Unterstand an der Rawka, einem Fluss bei Lodz

    • Lyck in Ostpreußen nach Rückeroberung

      Durch die Kämpfe während der Masurenschlacht zerstörte Stadt Lyck in Ostpreußen am 14.02.1915 nach ihrer Rückeroberung durch deutsche Truppen.

    • Deutsche Truppen in den Karpathen

      Hier auf dem Vormarsch in das Laborczatal 1915

    • Erbeutete Schmalspurwagen

      Erbeutete, mit russischer schwerer Artilleriemunition beladene Schmalspurwagen.

    • Russischer Gottesdienst

      Ein russischer Gottesdienst für gefangene russische Offiziere auf der Festung Königstein an der Elbe. Zeichnung von Emil Limmer

    • Soldatenspiele hinter der Front in Russisch-Polen

      Zeichnung: Felix Schwormstädt

    • Die Erstürmung von Jaroslau am 15. Mai 1915

      Gesehen aus 1200m Entfernung bei der Brigade des Generals Molnow und nach der Natur skizziert um 18.00 Uhr kurz vor dem Infanteriesturm. Zeichnung: R. Aßmann

    • Wald von Schaulen

      Deutsche Truppen weisen in einem Wäldchen von Schaulen (Schawli) den Angriff überlegener russischer Kräfte zurück. (Nach der Skizze eines am Kampf beteiligten Offiziers)

    • Der Ortskommandant als Schiedsrichter

      Hier in einem russisch-polnischen Landstädtchen. (Zeichnung: Felix Schwormstädt)

    • Die fortschreitenden Arbeiten an der von den Russen gesprengten Weichselbrücke bei Warschau. Eine Lokomotive soll von deutschen Eisenbahntruppen auf einem Floß über die Weichsel zum anderen Ufer gebracht werden.

    • Hinter der Front im Osten

      Löhnungsapell. Zeichnung: Alfred Liebing

    • General der Infanterie von Linsingen

      Gekennzeichnet mit einem "X". Führer der deutschen Südarmee in den Karpathen mit seinem Stab. Zeichnung von H. Braune

    • Erbeutete russische Leuchtraketen

      Erbeutete russische Leuchtraketen werden für die Nacht gebrauchsfertig gemacht.

    • Wäscheausgabe hinter der Front in Russland

    • Sturm preußischer Garderegimenter

      Sturm preußischer Garderegimenter auf den Meierhof und das Schloss des Grafen v. Schieminski, den Schlüsselpunkt der russischen Verteidigungslinien vor Jaroslau, am 16. Mai 1915. Zeichnung: R. Aßmann

    • Mit den verbündeten Armeen vom Dunajec bis Lemberg

      Brückenkampf am San bei Radymno am 25.Mai 1915 (Zeichnung: Richard Aßmann)

    • Generalfeldmarschall v. Mackensen in Przemysl

      03.06.1915: Generalfeldmarschall v. Mackensen besichtigt ein von den Verbündeten gestürmtes Außenfort von Przemysl (Zeichnung: Richard Aßmann)

    • Beobachtungsstand

      Ein deutscher General besichtigt von einem Beobachtungsstand aus die russischen Stellungen an der Bzura (Zeichnung vom Kriegsmaler Josef Corregio)