Kampfhandlungen

Der russische Marinestab berichtet:

Am 28. Oktober 1914, früh 5 Uhr, näherte sich die EMDEN, die durch Aufstellen eines vierten Schornsteins unkenntlich gemacht war, den Schiffen, welche die EMDEN für ein Kriegsschiff der Verbündeten hielten.

Die EMDEN fuhr mit aller Kraft gegen den Kreuzer SCHEMTSCHUG, eröffnete das Feuer und schoss einen Torpedo ab, der am Bug des russischen Kreuzers explodierte. Der Kreuzer SCHEMTSCHUG erwiderte das Feuer.

Die EMDEN schoss einen neuen Torpedo, der SCHEMTSCHUG zum Sinken brachte. 85 Mann der Besatzung ertranken, 250 Mann, darunter 112 Verwundete wurden gerettet.

    • SMS EMDEN

      Schiffstyp : Kleiner Kreuzer, Klasse: Dresden-Klasse, Werft: Kaiserliche Werft, Danzig, Baukosten: 5.960.000 Mark, Besatzung: 361 Mann

      Maschine: 12 Marinekessel 16.350 PS (12.025 kW), Geschwindigkeit: max. 24,0 kn (44 km/h),

      Bewaffnung: 10 × 10,5 cm SK L/40(1.500 Schuss), 8 × 5,2 cm SK L/55 (4.000 Schuss), 2 × Torpedorohr ∅ 45 cm (5 Schuss)

    • Russischer Kreuzer SCHEMTSCHUG

      Schiffstyp: Geschützter Kreuzer, Werft: Newski-Werft,St. Petersburg, Besatzung: 354 Mann

      Maschine: 16 kohlegefeuerte Yarrow-Dampfkessel (17.000 PS), Geschwindigkeit: 24,5 kn

      Bewaffnung: 8 × 120-mm-L/45-Canet-Geschütze, 4 × 47-mm-L/43-Hotchkiss-Schnellfeuergeschütze, 6 × 7,62-mm-Maxim-Maschinengewehre, 3 Torpedorohre 45,7 cm, 1 × 63,5-mm-L/19-Baranowski-Landungsgeschütz

Fregattenkapitän Müller der SMS EMDEN berichtet:

Der Kreuzer SYDNEY näherte sich den Kokosinseln mit hoher Fahrt, als dort gerade die von der EMDEN aus geschiffte Landungsabteilung das Kabel zerstörte.

Das Gefecht zwischen den beiden Kreuzern begann sofort. Unser Schießen war zuerst gut, aber binnen kurzem gewann das Feuer der englischen Geschütze die Übermacht, wodurch schwere Verluste unter unseren Geschützbedienungen eintraten. Die Munition ging zu Ende, und die Geschütze mussten ihr Feuer einstellen.

Trotzdem die Ruderanlage durch das feindliche Feuer beschädigt war, wurde der Versuch gemacht, auf Torpedoschußweite an den Kreuzer SYDNEY heranzukommen. Der Versuch missglückte, da der Schornstein zerstört und infolgedessen die Geschwindigkeit der EMDEN stark herabgesetzt war. Das Schiff wurde deshalb mit voller Fahrt an der Nordseite (Luvseite) der Kokosinseln auf das Riff gesetzt.

Inzwischen war es der Landungsabteilung gelungen, auf einem Schoner von der Insel zu entkommen. Der englische Kreuzer nahm die Verfolgung auf, kehrte aber nachmittags zurück und feuerte auf das Wrack der EMDEN. Um weiteres Blutvergießen zu vermeiden, kapitulierte ich mit dem Reste der Besatzung. Die Verluste der EMDEN betrugen: 6 Offiziere, 4 Deckoffiziere, 26 Unteroffiziere und 93 Mann gefallen, 1 Unteroffizier und 7 Mann schwer verwundet.

    • Britischer Kreuzer SYDNEY

      Schiffstyp: Leichter Kreuzer, Werft: London & Glasgow Engineering Company, Besatzung: 429–560 Mann

      Maschine: 12 Yarrow-Dampfkessel, Geschwindigkeit: 25,5 kn

      Bewaffnung: 8 × 6"/50 BL Mk XI (15,2 cm L/50), 4 × 3 Pdr 1.85"/50 QF (4,7 cm L/50), 4 Maschinengewehre später 4 × 3" Flak (7,62 cm), 2 × Torpedorohre (53,3 cm)

    • Das Wrack der SMS EMDEN

      Von der Steuerbordseite aus gesehen.

Graf Friedrich von Spee berichtet:

Am 1. November 1914 trafen auf der Höhe von Coronel S.M. Schiffe SCHARNHORST, GNEISENAU, , LEIPZIG und DRESDEN die englischen Kreuzer GOOD HOPE, MONMOUTH, GLASGOW und den Hilfskreuzer OTRANTO.

S.M. Schiff NÜRNBERG war während der Schlacht detachiert (Anmerkung: abgeordnet).

Bei schwerem Seegang wurde das Feuer auf große Entfernung eröffnet und die Artillerie der feindlichen Schiffe in 52 Minuten zum Schweigen gebracht.

Das Feuer wurde nach Einbruch der Dunkelheit eingestellt.

GOOD HOPE wurde, durch Artilleriefeuer und Explosionen schwer beschädigt, in der Dunkelheit aus Sicht verloren.

MONMOUTH wurde auf der Flucht von der NÜRNBERG gefunden. Sie hatte starke Schlagseite, wurde beschossen und kenterte. Die Rettung der Besatzung war wegen schweren Seeganges und aus Mangel an Booten nicht möglich.

GLASGOW, anscheinen leicht beschädigt, entkam.

Der Hilfskreuzer flüchtete nach dem ersten Treffen aus dem Feuerbereich. Auf unserer Seite keine Verluste. Unbedeutende Beschädigung.

    • Panzerkreuzer HMS MONMOUTH

      1901 erbaut, 10.000 Tonnen Wasserverdrängung, 678 Mann Besatzung, von denen keiner gerettet wurde.

    • Panzerkreuzer SMS SCHARNHORST

      Schiffstyp: Großer Kreuzer, Klasse: Scharnhorst-Klasse, Werft: Blohm & Voss, Hamburg, Baukosten: 20.319.000 Mark

      Maschine: 18 Marinekessel Schulz-Thornycroft, Maschinenleistung: 28.783 PS, Geschwindigkeit: max. 23,5 kn (44 km/h)

      Bewaffnung: 8 × Sk 21,0 cm L/40, 6 × Sk 15,0 cm L/40,18 × Sk 8,8 cm L/35, 4 × Torpedorohr ∅ 45,0 cm

    • Kleiner Kreuzer SMS DRESDEN

      Schiffstyp: Kleiner Kreuzer, Klasse: Dresden-Klasse, Werft: Blohm & Voss, Hamburg, Baukosten: 7.460.000 Mark

      Maschine: 12 Marinekessel, Maschinenleistung: 18.880 PS, Geschwindigkeit: max. 25,2 kn (47 km/h)

      Bewaffnung: 10 × 10,5 cm L/40 Sk, 8 × 5,2 cm L/55 Sk, 2 × Torpedorohr ∅ 45,0 cm

    • Panzerkreuzer HMS GOOD HOPE

      1901 erbaut, 14.330 Tonnen Wasserverdrängung, Besatzung 900 Mann, von denen keiner überlebte.

    • Panzerkreuzer SMS GNEISENAU

      Schiffstyp: Großer Kreuzer, Klasse: Scharnhorst-Klasse, Werft: AG Weser, Bremen, Baukosten: 19.243.000 Mark

      Maschine: 18 Marinekessel, Maschinenleistung: 30.396 PS, Geschwindigkeit: max. 23,6 kn (44 km/h)

      Bewaffnung: 8 × Sk 21,0 cm L/40, 6 × Sk 15,0 cm L/40,18 × Sk 8,8 cm L/35, 4 × Torpedorohr ∅ 45,0 cm

    • Hilfskreuzer OTRANTO

      Eine Woche nach der britischen Kriegserklärung an das Deutsche Reich im August 1914 wurde die OTRANTO von der Admiralität beschlagnahmt, um zum Hilfskreuzer umgebaut zu werden. Sie wurde mit vier 4,6 Inch-(116 mm)-Geschützen ausgestattet.

      Das Schiff wurde in den Südatlantik gesandt, um sich dem Geschwader unter Konteradmiral Sir Christopher Cradock anzuschließen. OTRANTO entdeckte das deutsche Geschwader am 1. November 1914 vor der chilenischen Küste. Im folgenden Seegefecht brach sie frühzeitig das Gefecht mit der SMS Dresden ab und entkam nach Süden, wie auch der Leichte Kreuzer HMS Glasgow.

      Nach dem Gefecht diente die HMS OTRANTO als Wachschiff an den Falklandinseln, kehrte aber schon im Januar 1915 nach Großbritannien zurück, da die zivile Besatzung zu meutern drohte. Im Mai 1915, war die OTRANTO wieder im Pazifik und überwachte die Westküste Amerikas. 1917 wurde sie nach Großbritannien zurückbefohlen und kam ab Juni 1918 als Truppentransporter zum Einsatz. Sie wurde jetzt auf dem Nordatlantik eingesetzt.

      Am 6. Oktober 1918 kollidierte die HMS OTRANTO mit dem Truppentransporter KASHMIR bei schlechter Sicht und rauer See zwischen der Irischen Küste und den Western Isles Schottlands. Sie hatte ein großes Loch vorn auf der Backbordseite und bekam bei dem starken Seegang Schlagseite. Sie trieb in die Machir Bay der Insel Islay auf einen Felsen zu und lief dort auf. Der Seegang drückte die OTRANTO weiter auf die Felsen, so dass sie schließlich zerbrach und sank. 431 Todesopfer forderte der Untergang. Neben 80 Mann der britischen Besatzung starben 351 US-Soldaten.

      Quelle: WIKIPEDIA

    • Kleiner Kreuzer HMS GLASGOW

      1909 erbaut, 4.800 Tonnen Wasserverdrängung, 500 Mann Besatzung

    • Kreuzer SMS LEIPZIG

      Schiffstyp: Kleiner Kreuzer, Klasse: Bremen-Klasse, Werft: AG Weser, Bremen, Baukosten: 5.043.000 Mark

      Maschine: 10 Marinekessel, Maschinenleistung: 11.116 PS, Geschwindigkeit: max. 22,1 kn (41 km/h)

      Bewaffnung: 10 × 10,5 cm L/40 Sk, 10 × 5,3 cm L/55 Sk, 2 × Torpedorohr ∅ 45,0 cm

Das deutsche Hauptquartier meldet:

Am 3. November 1914 machten unsere großen und kleinen Kreuzer einen Angriff auf die englische Küste bei Yarmouth.

Sie beschossen die dortigen Küstenwerke und einige kleinere Fahrzeuge, die in der Nähe vor Anker lagen und augenscheinlich einen Angriff nicht erwarteten.

Stärkere englische Streitkräfte waren zum Schutze dieses wichtigen Hafens nicht zur Stelle.

Das unseren Kreuzern scheinbar folgende englische Unterseeboot "D5" ist, wie die englische Admiralität bekannt gibt, auf eine Mine gelaufen und gesunken.

    • Englisches U-Boot "D5"

      Zwei Offiziere und zwei Matrosen, die auf der Brücke standen, wurden gerettet, die übrige Mannschaft ging mit dem Boot in die Tiefe.